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Alfons Hörmann ist seit 2013 Präsident des DOSB
DOSB-Präsident Alfons Hoermann wusste nichts von der Entscheidung der Bundesregierung © Getty Images

Die Bundesregierung übernimmt im Gegensatz zu Baku 2015 keine Kosten für die Entsendung deutscher Athleten nach Minsk. Der DOSB-Präsident reagiert überrascht.

Die Bundesregierung will keine Entsendungskosten für die Europaspiele im Jahr 2019 im weißrussischen Minsk übernehmen und stellt damit den deutschen Sport vor große Probleme.

Ohne die finanzielle Unterstützung seitens des Bundes dürfte ein Start deutscher Athleten bei den zweiten Europaspielen in drei Jahren kaum möglich sein.

"Eine Zuwendung zu den Entsendungskosten für die European Games im Jahr 2019 ist seitens der Bundesregierung nicht beabsichtigt. Haushaltsmittel sind darum im Aufstellungsverfahren für das Jahr 2018 nicht berücksichtigt", teilte das Bundesinnenministerium auf Anfrage von Özcan Mutlu, sportpolitischer Sprecher von Die Grünen/Bündnis 90, mit. 

Für die ersten Europaspiele 2015 in Baku hatte der Bund 500.000 Euro an Entsendungskosten gezahlt. "Wir wissen nichts von der Entscheidung der Bundesregierung", sagte Präsident Alfons Hörmann vom deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) auf Anfrage des SID.

Das BMI wies darauf hin, dass die Entscheidung, wo welche Sportveranstaltungen ausgetragen werden, allein den Sportverbänden obliege und man zu diesem Thema keine Stellung nehmen wolle.

Tatsache ist aber auch, dass Berlin in den vergangenen Jahren mehrfach die politischen Verhältnisse in Weißrussland um den autoritären Staatschef Alexander Lukaschenko kritisiert hatte.

Die Europaspiele sollen auf Beschluss des Europäischen Olympischen Komitees (EOC) in Weißrussland stattfinden. Veranstalter ist auch das EOC.

Bei den ersten Europaspielen in Baku vom 12. bis 28. Juni 2015 wurden in 20 olympischen und vier nicht-olympischen Sportarten Medaillen vergeben. Russland gewann die Nationenwertung, Deutschland belegte mit 66 Medaillen (16 mal gold) Platz vier.

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