vergrößernverkleinern
Roland Vrabec trainierte von 2012 bis 2013 Lokomotive Leipzig
Greuther Fürth bejubelte am Montagabend einen souveränen 3:0-Erfolg gegen St. Pauli. © Getty Images

Fürth - St. Pauli leistet sich bei Greuther Fürth grobe Schnitzer und verliert verdient. Auch in der Offensive enttäuschen die Hamburger.

Fürth - Die SpVgg Greuther Fürth hat die Krise des FC St. Pauli weiter verschärft und sich mit einem beeindruckenden Sieg der Spitzengruppe der Zweiten Liga genähert.

Die Franken bezwangen die Hamburger im Zweitliga-Topspiel verdient mit 3:0 (2:0) und haben als Tabellensiebter nur noch einen Zähler Rückstand auf den VfL Bochum, der ein Sextett von punktgleichen Teams anführt. 

Kacper Przybylko (21.), Zsolt Korcsmar (23.), und Florian Trinks (52.) trafen zum zweiten eindeutigen Heimsieg nach dem 5:1 gegen den Erzrivalen 1. FC Nürnberg und dem einzigen des vierten Spieltags.

"Wir haben ganz gut angefangen, die ersten 15 Minuten waren ordentlich. Aber wir hatten zu wenig Torchancen, um den Gegner in Verlegenheit zu bringen", analysierte Paulis Manager Rachid Azzouzi bei SPORT1 treffend.

Azzouzi: "Hinterfragen uns alle"

Die Hamburger rutschten mit weiter vier Punkten nach einer erneut enttäuschenden Leistung auf Platz 14 ab. "Natürlich ist es nicht das, war wir wollen", räumte Trainer Roland Vrabec bei SPORT1 ein. "Aber deswegen müsssen wir jetzt nicht alles über den Haufen werfen."

Der öffentliche Druck auf den Coach nimmt zu. Azzouzi wollte davon zumindest öffentlich jedoch nichts wissen. "Wenn du so Fußball spielst, wie wir das getan haben, hinterfragen wir uns alle. Wir wollen herausfinden, in welchem Bereich wir den Hebel ansetzen müssen, damit es wieder besser läuft", sagte er.

Hamburger Medien spekulieren allerdings, dass Vrabec' Aus bereits beschlossen sei. Als Nachfolger werden demnach U23-Trainer Thomas Meggle, Mike Büskens und Holger Stanislawski gehandelt.

St. Paulis Abwehr pennt

In einer flotten Anfangsphase waren die Gastgeber vor 14.035 Zuschauern das gefährlichere Team mit den besseren Chancen. Linksverteidiger Niko Gießelmann vergab die erste große Chance zur Führung aus acht Metern noch freistehend (16.).

Seine Teamkollegen machten es anschließend besser: Przybylko und Korcsmar nutzten zwei Hereingaben innerhalb von drei Minuten per Kopf. Paulis Defensive befand sich im Kollektivschlaf: Sowohl Vorbereiter wie auch Torschützen hatten massig Platz.

"Da darfst du es erst gar nicht zur Flanke kommen lassen", kritisierte Vrabec bei SPORT1.

Gäste finden kein Mittel

Trinks sorgte nach dem Seitenwechsel mit einem sehenswerten Freistoß aus halblinker Position für den dritten Treffer - die Entscheidung. Fürth tat anschließend nicht mehr als nötig, den Gästen fehlten weiterhin die Mittel.

So klang Trinks' Hammer bei SPORT1.fm:

St. Pauli war "stets bemüht im Spielaufbau, aber in der Box leider ungenügend", antwortete Keeper Philipp Tschauner auf die Frage, welche Schulnote er dem Spiel seines Teams geben würde. "Wir haben es nicht geschafft, vorne durchschlagskräftig zu sein. Unter dem Strich war es natürlich ein verdienter Sieg der Fürther."

Beste Spieler der Gastgeber waren die Torschützen Przybylko und Korcsmar sowie Dauerenner Stephan Schröck, bei St. Pauli überzeugte allenfalls Marc Rzatkowski.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel