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Thomas Meggle startete seine Trainerkarriere 2010 als Co-Trainer bei St. Pauli. © Imago

Vor seiner Premiere als Chefcoach des FC St. Pauli gegen 1860 München spricht Thomas Meggle bei SPORT1 über sein Rezept.

Thomas Meggle genießt beim FC St. Pauli Kultstatus.

Als Profi spielte der 39-Jährige drei Mal für die Hamburger: Von 1997 bis 1999, von 2000 bis 2002 und 2005 bis 2010.

Nach seiner Spielerkarriere wurde Meggle Trainer und arbeitete in dem Job natürlich am Millerntor.

Die Pauli-Anhänger lieben ihn. Vor einer Woche wurde das Fan-Idol vom U 23-Coach zum Cheftrainer befördert, nachdem Vorgänger Roland Vrabec seinen Hut nehmen musste.

Vor seiner Premiere im Heimspiel gegen seinen früheren Verein 1860 München (So., ab 13.15 LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) spricht Meggle im SPORT1-Interview über seinen neue Aufgabe bei seinem Herzensverein.

SPORT1: Herr Meggle, ganz ehrlich, wie lange haben Sie nachgedacht, als Rashid Azzouzi Sie fragte, ob Sie Lust hätten auf den Job?

Thomas Meggle: Ich musste nicht überlegen, als die Anfrage kam. Ich bin 1997 zum FC St. Pauli gekommen und habe seitdem viele Dinge bei diesem außergewöhnlichen Verein erlebt. Als man mich fragte, ob ich Cheftrainer werden möchte, war es für mich sofort klar, dass ich diese Chance nutzen möchte.

SPORT1: Wie fühlen Sie sich in der neuen Rolle und dann auch noch bei Ihrem Verein. Rein sportlich ging es mit dem 2:2 im Test bei Bayer Leverkusen gut los...

Meggle: Das war natürlich ein Auftakt nach Maß gleich am ersten Arbeitstag gegen den Tabellenführer der Bundesliga zu spielen. Eine tolle Aufgabe, die meine Mannschaft sehr gut erledigt hat. Aber ansonsten hat sich für mich noch nicht so sonderlich viel verändert. Nur die Anzahl der Medienanfragen ist deutlich gestiegen.

SPORT1: Sie sollen wie ein Verrückter arbeiten. Besteht da nicht die Gefahr, dass Sie jetzt aus purer Begeisterung und Leidenschaft für Pauli zu viel wollen?

Meggle: Es geht hierbei ja darum, was ich einbringen werde. Wenn ich eine Mannschaft trainiere, dann mache ich das zu 100 Prozent mit vollem Einsatz und voller Leidenschaft. Das wird mir aber nicht im Wege stehen, um den Blick auf das Wesentliche zu behalten und die Situation realistisch einzuschätzen.

SPORT1: In den letzten drei Jahren gab es drei Trainer am Millerntor. Etwas provokant gefragt: Ist der Klub untrainierbar?

Meggle: Das würde ich nicht sagen. Davor hat es ja über mehrere Jahre nur einen Trainer gegeben, was die These widerlegt.

SPORT1: Haben Sie keine Angst zu scheitern? Dann hätte Ihr Heldenstatus am Millerntor einen kleinen Kratzer bekommen.

Meggle: Angst ist immer ein schlechter Ratgeber und wenn ich Angst hätte, dann hätte ich den Job nicht angenommen. Fußball ist ein Wochengeschäft, daher schaue ich von Training zu Training und von Spiel zu Spiel und versuche alles, um mit meiner Mannschaft erfolgreich zu sein. Und über so etwas wie Heldenstatus mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Das sind nicht meine Themen.

SPORT1: Am Sonntag kommt 1860 München ans Millerntor. Für Sie als gebürtiger Münchner sicher etwas Besonderes, oder?

Meggle: Ich habe für die "Löwen" gespielt, daher geht es gegen meinen ehemaligen Verein, was immer etwas Besonderes ist. Unser Ziel ist es gegen 1860 München eine physisch und psychisch starke Mannschaft auf den Platz zu bringen. Wir wollen gegen Sechzig im Schulterschluss mit unseren Fans einen leidenschaftlichen und am Ende hoffentlich auch erfolgreichen Auftritt zeigen.

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