SPORT1-Experte Christian Beeck beurteilt die Umstellungen beim 1. FC Nürnberg positiv. Für Pinola und Schäfer wird es aber eng.

Hallo Zweitliga-Freunde,

die Nürnberger haben das jetzt gut hinbekommen.

Ich finde es schön, dass der Verein zusammensteht und nicht die Nerven verliert. Martin Bader wurde das Vertrauen ausgesprochen und das wird ihn selbstverständlich stärken.

Sicherlich gehen die Dinge nicht immer hundertprozentig auf. Aber der 1. FC Nürnberg hat auch nicht den Anspruch ständig in der Europa League zu spielen. Da kann es immer mal vorkommen, dass man absteigt. Dann muss man zusammenstehen und gemeinsam durch dieses Tal gehen.

Sportlich ist der Club nach dem Sieg gegen Kaiserslautern auch auf dem richtigen Weg.

Ich habe beim 1. FC Nürnberg erstmals die zur Zweiten Liga passende Körpersprache, Zweikampfhaltung und Laufbereitschaft gesehen. Das war in den Spielen davor nie der Fall.

Man konnte sehen, welche fußballerische Qualität in der Mannschaft steckt. Spieler, die jung, schnell und dynamisch sind. So hatte man sich Nürnberg eigentlich von Anfang an vorgestellt. Gegen Lautern haben die Franken das endlich mal gezeigt.

Und das ohne die Routiniers Raphael Schäfer und Javier Pinola. Die Älteren müssen sich jetzt ranhalten, dass sie wieder mitmachen dürfen.

Sie müssen die gleiche Einstellung an den Tag legen wie die Jungen. Die haben sich den Hosenboden aufgerissen und keinen A-Jugend-Fußball mehr gespielt, sondern ergebnisorientiert, zweikampfstark und taktisch gut agiert.

Mit dem nötigen Quäntchen Glück haben sie auch die letzten 20 Minuten gut überstanden.

Bei einer jungen Mannschaft wird es aber immer Höhen und Tiefen geben. Die Unerfahrenheit kauft man am Anfang der Saison mit, wenn man so einen Schnitt macht.

Mit diesem Sieg wachsen sie. Sie haben gezeigt, dass sie es können. Sie merken, dass sie sowas auch gegen Lautern durchhalten können. Schließlich ist der Gegner auch kein Fallobst, sondern eine richtig gute Mannschaft, die aufsteigen möchte.

Ich hoffe, dass es für die Nürnberger ein Befreiungsschlag war. Aber man weiß nie, denn die Prüfungen in der Zweiten Liga sind alle knackig. Bei Union Berlin haben sie auch 4:0 gewonnen und danach ging nichts.

Was man mit Konstanz erreichen kann, macht gerade der FC Ingolstadt vor. Dass die Mannschaft, ganz oben steht, überrascht mich aber schon. Denn mit Caiuby haben sie einen sehr präsenten Spieler nach Augsburg abgegeben.

Aber dank Geschlossenheit und hoher taktischer Disziplin stehen sie nicht unverdient da oben.

Sie haben bis jetzt die beste Performance hingelegt, ohne total zu brillieren, aber sie rufen konstant ihre Leistung ab und dann steht man ruck, zuck in der Zweiten Liga oben.

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck seit dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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