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Alexander Zorninger ist seit 2012 Trainer bei RB  Leipzig

Nach dem Unentschieden gegen Heidenheim trauern die Leipziger vergebenen Chancen nach. Die Fanproteste spielt Ralf Rangnick runter.

Leipzig - Den Sprung auf den Aufstiegsplatz verpasst, erstmals nach vier Heimsiegen zu Hause nur Remis: Der hoch ambitionierte RB Leipzig musste beim 1:1 (1:1) im Aufsteiger-Duell gegen den 1. FC Heidenheim einen Dämpfer hinnehmen (Bericht).

Die Konstanz eines Spitzenmannschaft hat das Team von Red-Bull-Eigner Dietrich Mateschitz noch nicht, der Aufstieg wird trotz Millionen-Investitionen kein Selbstläufer (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Es ist irgendwie ekelhaft, mit einem 1:1 nach so einer guten Leistung vom Platz zu gehen. Das ist unterm Strich zu wenig", sagte Dominik Kaiser bei SPORT1.

Traumtor zum Ausgleich

Der Kapitän (31.) hatte mit seinem Traumtor per direktem Freistoß die 0:1-Führung der Gäste egalisiert. "Es war wichtig, dass wir nach dem frühen Rückstand schnell reagiert haben", betonte der 24-Jährige, der in der Vorwoche gegen den Karlsruher SC einen ähnlichen Treffer erzielt hatte.

"Das Gegentor war äußerst unglücklich", sagte Leipzigs Yussuf Poulsen. Der Sturmtank setzte jedem Ball nach, konnte sein siebten Saisontor aber nicht erzielen.

Der 20-jährige steht am Wochenende vor seinem Debüt in der dänischen Nationalelf. Poulsen wurde für die EM-Qualifikationsspiele in Albanien am Samstag und drei Tage später zu Hause gegen Portugal nominiert.

"Es war eine Partie mit unglaublichem Tempo. Unser Manko war, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben", sagte Leipzigs Coach Alexander Zorniger. Seine Elf ist Vierter, anstatt auf Rang zwei zu klettern.

Erholung für der Pause

Vor der Länderspielpause kündigte Zorniger Erholung an. Nach einem Testspiel am Freitag bekommt die Mannschaft Samstag und Sonntag frei, ehe es am Freitag darauf zum Duell beim 1. FC Nürnberg geht.

Beim Traditionsklub aus Franken müssen die Sachsen wieder mit Protestaktionen rechnen. Auch Heidenheims Fans schlossen sich den Vorbehalten an und traten die Reise zum Spiel in Leipzig nicht an.

Nur rund 18.000 Zuschauer verfolgten die Partie in der WM-Arena. "Wir blenden das aus. Ob die gegnerischen Fans etwas veranstalten oder nicht, interessiert uns weniger", behauptete Kaiser.

Rangnick spielt Proteste runter

Auch RB-Sportdirektor Ralf Rangnick hatte vorher die Protestaktionen runtergespielt. "Wir sorgen bei jedem Auswärtsspiel für einen Zuschauer-Rekord in der 2. Liga. Da stimmt doch etwas nicht", betonte Rangnick, der in Sachen Aufstieg vorsichtig blieb: "Es ist in der 2. Liga sehr eng. Bis vier Spieltage vor Schluss werden bestimmt wieder acht Mannschaften um den Aufstieg kämpfen."

Vielleicht gehört auch Aufsteiger Heidenheim dazu. Das Team aus dem Osten Baden-Württembergs verkaufte sich in Leipzig gut und ist als Fünfter nach neun Spieltagen die große Überraschung der Liga.

"Leipziger zermürbt"

"Wir haben die Leipziger zermürbt, haben leidenschaftlich und gut verteidigt", sagte Trainer Frank Schmidt, dessen Team durch Philip Heise (21.) in Führung gegangen war.

Schmidt sah sich am Ende als moralischer Sieger: "Das Unentschieden fühlt sich ein bisschen wie ein Sieg an."

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