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Leipzigs Macher: Alexander Zorniger (r.) trainiert RB Leipzig seit 2012

Nürnberg und München - Tradition gegen Neugründung: Die Begegnung zwischen dem 1. FC Nürnberg und RB Leipzig ist auch ein Kampf der Fußball-Kulturen.

Die einen haben sich gerade aus der Krise befreit, die anderen peilen im Hurra-Stil den Durchmarsch in der Liga an.

Beim Duell am Freitagabend (ab 20.15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) zwischen Altmeister 1. FC Nürnberg und den hochambitionierten Aufsteiger RB Leipzig prallen zwei Fußball-Welten aufeinander. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Derweil sieht DFB-Präsident Wolfgang Niersbach keine Handhabe, die andauernden Fan-Proteste gegen RB Leipzig zu stoppen.

Zorniger mit Respekt zum Club

"Nürnberg und Kaiserslautern sind die klangvollsten Namen in unserer Liga. Der Club ist in einer Findungsphase, doch die letzten zwei Spiele haben gezeigt, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen haben", sagte Leipzigs Trainer Alexander Zorniger vor dem Duell im Frankenland und zeigte großen Respekt vor dem Gegner.

Die Leipziger haben als Aufsteiger bislang die Erwartungen erfüllt, auch wenn Platz vier keinen so richtig glücklich macht.

"Wir laufen jetzt nicht jubelnd durch die Straßen", sagte Zorniger, der mit der Ausbeute aus den letzten Spielen nicht mehr ganz einverstanden war: "Fünf Punkte aus den letzten vier Spielen ist nicht optimal. Aufwand und Ertrag stehen nicht im richtigen Verhältnis."

RB zieht Ass aus dem Ärmel

Pünktlich zum Duell beim Altmeister können die Rasensportler ein weiteres Ass aus dem Ärmel ziehen. US-Nationalspieler Terence Boyd, der im Sommer von Rapid Wien nach Sachsen kam, ist nach seiner Knieverletzung wieder fit.

"Es ist gut, wenn du in den letzten 20 Minuten wieder so eine Wildsau hast. Er ist einer, der Kampf und Emotionen ins Spiel bringt. Ich bin froh, dass er bei uns spielt und nicht beim Gegner", so Zorniger.

Ebenfalls wieder fit ist Stammkeeper Fabio Coltorti nach einem Innenbandriss im rechten Knie. Allerdings konnte der Schweizer seinen Coach im Training noch nicht ganz überzeugen, so dass die Chancen für Stellvertreter Benjamin Bellot gut stehen, auch in Nürnberg von Beginn zu spielen.

Gang aus der Krise

Die Nürnberger wollen ihren Gang aus der Krise auch gegen die ehrgeizigen Leipziger fortsetzen.

Nach vier Punkten aus den letzten beiden Partien will man sich im sicheren Mittelfeld etablieren, vom Aufstieg spricht beim Club (zunächst) keiner mehr.

Besondere Protest-Aktionen, wie sie andere Klubs vor den Spielen gegen die Sachsen gezeigt haben, sind bislang noch nicht bekannt.

Dass der Bundesliga-Absteiger aber einen deutlich lebhafteren Anhang hat, der auch mal die Grenzen zur Legalität überschreitet, wird gegen Leipzig deutlich.

Wegen des Entzündens von Pyrotechnik bei früheren Spielen bleiben die Blöcke sieben, neun und elf der Nordkurve gesperrt.

Fan-Proteste gegen Leipzig

Der DFB sieht nach eigenem Ermessen indes keine Handhabe, die bundesweiten Fan-Proteste gegen RB Leipzig zu unterbinden.

Das machte der DFB-Boss in einem Antwort-Schreiben an Landrat Michael Czupalla aus dem Landkreis Nordsachsen deutlich.

"Natürlich registrieren wir auch das Verhalten von Fans der Konkurrenzvereine. Aber hier sehen wir keine Möglichkeit zum Einschreiten", schrieb Niersbach dem Politiker und ergänzte: "Vermutlich wird noch einige Zeit nötig sein, bevor RB Leipzig genauso wahrgenommen und begleitet wird wie die anderen Vereine aus der Bundesliga und 2. Bundesliga."

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