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Michael Rensing wechselte im Sommer 2013 von Bayer Leverkusen zu Fortuna Düsseldorf

Michael Rensing musste in den letzten Jahren so manchen Nackenschlag einstecken.

Doch der 30-Jährige kämpfte sich immer wieder ran. So schwer es auch fiel.

Dabei begann seine Karriere so verheißungsvoll, geradezu bilderbuchmäßig. 2008 wurde Rensing Nachfolger von Oliver Kahn im Tor des FC Bayern und galt sogar als die kommende Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft.

Doch es kam anders. Kahns Schatten war zu groß, sodass Rensing den Rekordmeister 2010 verließ. Während der einen neuen Verein suchte, hielt er sich beim Bezirksoberligisten VfR Garching fit.

Nach einem halben Jahr ohne Verein wechselte er nach Köln. Nach dem Abstieg mit dem FC wechselte er 2012 als Ersatztorwart zu Bayer Leverkusen.

Seit 2013 steht er bei Fortuna Düsseldorf unter Vertrag. In der ersten Saison war Rensing hinter Fortunas Ex-Keeper Fabian Giefer erst einmal nur Nummer zwei, doch inzwischen ist er Stammkeeper im Team von Trainer Oliver Reck.

Am Düsseldorfer Aufschwung beteiligt

"Ich bin seit einigen Jahren im Rheinland und fühle mich hier sehr wohl", sagt Rensing im Gespräch mit SPORT1. "Ich hatte sehr ereignisreiche Jahre, und momentan ist es so, dass es verdammt viel Spaß macht, Teil dieser Mannschaft zu sein, im Tor zu stehen und dazu beitragen zu können, dass wir erfolgreich sind."

Der Blick auf die Tabelle gibt ihm recht: Vor dem Heimspiel gegen St. Pauli (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) stehen die Düsseldorfer auf dem vierten Platz und können mit einem Sieg sogar auf den zweiten Rang klettern.

Und Rensing hat entscheidenden Anteil am neuen Erfolg. "Michael hat in den letzten Monaten auf dem Spielfeld viele richtige Entscheidungen getroffen und hat es deswegen absolut verdient zu spielen", lobt Reck seinen Keeper bei SPORT1.

Lob von Trainer Reck

Rensing sei "ein sicherer Rückhalt für die Mannschaft. Und ich als Torhüter weiß, wie wichtig es ist, das Vertrauen des Trainers und des Vereins zu genießen."

Er habe "drei exzellente Torhüter im Kader, aber Michael hat sich durchgesetzt. Das heißt aber nicht, dass das immer so ist."

Das weiß auch Rensing. Er schaut nicht nach vorne, aber auch nicht zurück. Er lebt im Hier und Jetzt: "Ich stehe im Tor, das zählt. Ich genieße es."

Der Anspruch Bundesliga

Natürlich sei es immer sein Anspruch gewesen, "in der ersten Liga zu spielen". Rensing erinnert sich da an die gute Zeit in Köln.

"Damals war die Konstellation so, dass ich mich beim FC sehr wohl fühlte und mir ein gutes Standing erarbeitet hatte", sagt er. "Ich wollte dort langfristig bleiben, auch nach dem Abstieg."

Der Verein habe jedoch anders geplant. "Dann war ich ein Jahr in Leverkusen, wo die Rollenverteilung klar war. Dass ich bei einer neuen sportlichen Herausforderung als Nummer eins wechseln würde, war absehbar", erklärt Rensing.

Frühzeitiges Bekenntnis

Die Entscheidung für Düsseldorf hat er bis heute nicht bereut. "Bei Fortuna hatte ich noch zu Erstligazeiten frühzeitig unterschrieben, als noch nicht klar war, dass es in die Zweite Liga geht", sagt er.

Und weiter: "Wichtig war für mich, bei einem guten Verein zu spielen. Ich bin gerade sehr glücklich, Teil der Fortuna zu sein - einem Verein mit viel Tradition, einem tollem Stadion, grandiosen Fans und wo man auf Dauer das Potenzial hat, wieder in der Bundesliga zu spielen."

Rensing will Wurzeln schlagen

Sein Vertrag läuft im nächsten Sommer aus, doch einen erneuten Umzug will sich der 30-Jährige ersparen.

"So lange ich spiele und es mit der Mannschaft weiter so gut läuft, kann ich mir natürlich vorstellen zu bleiben. Das möchte ich sogar sehr gerne", betont er. "Jetzt wäre es an der Zeit, Wurzeln zu schlagen."

Damit es weiter gut läuft, sollte heute ein Sieg her. "St. Pauli ist immer ein schwieriges Spiel", weiß Rensing, "egal ob zu Hause oder auswärts."

"Nicht immer nur bergauf"

Die vergangenen schwierigen Jahre haben ihn stärker gemacht. "Es geht im Leben nicht immer nur bergauf, und ich habe schwierige Zeiten durchgemacht. Höhen und Tiefen formen den Charakter eines Menschen. Das hat mich viel über das Leben gelehrt", meint Rensing.

"Nun bin ich in der Balance, gehe gewisse Dinge ruhiger an und genieße den Fußball mehr, seit ich wieder im Tor stehe."

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