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Bochums Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Peter Villis arbeitet an einer Lösung

Nach scharfen öffentlichen Protesten hat der VfL Bochum die Schließung seiner Frauen-Abteilung zurückgenommen.

Auf der Jahreshauptversammlung erhielt am Montagabend ein Antrag von ehemaligen Aufsichtsratsmitgliedern auf Weiterführung der Frauen-Teams eine Mehrheit von 270 zu 203 Stimmen.

Man arbeite ab sofort an "einer neuen, gesellschaftspolitischen Lösung", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Peter Villis.

Eine große Rolle bei der Entscheidung spielte die öffentliche Meinung.

Die betroffenen Spielerinnen hatten die bevorstehende Schließung ihrer Abteilung heftig kritisiert und dabei viel Zuspruch aus der Politik erhalten.

Unter anderem äußerte sich Bundestagspräsident Norbert Lammert, ein gebürtiger Bochumer, kritisch.

Auch Steffi Jones, die Direktorin für Frauen-Fußball im Deutschen Fußball-Bund (DFB), sagte ihre Unterstützung zu.

"Wir haben die öffentliche Resonanz, die mit dieser Entscheidung einhergegangen ist, unterschätzt", sagte Villis während der Jahreshauptversammlung im Audimax der Ruhr-Universität.

Die Einsparung der Frauen-Sparte (drei Damen-, drei Mädchenmannschaften), die mit etwa 150.000 Euro pro Saison veranschlagt ist, sollte ursprünglich zur finanziellen Entlastung des Vereins beitragen.

Die erste Frauen-Mannschaft spielt wie die der Männer in der 2. Liga.

Die Wirtschaftszahlen, die der neue Finanzvorstand Wilken Engelbracht am Montag präsentierte, waren für die Westfalen besorgniserregend.

Der VfL, dessen Männerteam im fünften Jahr in der 2. Liga spielt, verzeichnete im Geschäftsjahr 2013/14 bei einem Umsatz von 27,2 Millionen Euro einen Fehlbetrag in Höhe von 633.000 Euro. Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf 7,5 Millionen Euro.

"Dieser Verein ist komplett auf Kante genäht", sagte Engelbracht. Angeblich erhält der Klub keine Kredite mehr.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der VfL dennoch bei einem Umsatz von 25,3 Millionen Euro mit einem Überschuss von 1,9 Millionen.

Am Lizenzspielerkader soll nicht gespart werden. Um Mehreinnahmen zu generieren, will die Klub-Führung nun unter anderem die Zusammenarbeit mit einer Vermarktungsagentur prüfen.

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