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Daniel Frahn (r.) stieg mit RB Leipzig zuletzt zweimal in Folge auf

Leipzig - Zu Hause weiter ungeschlagen, auf Platz drei der Liga geklettert, aber dennoch unzufrieden: Beim hoch ambitionierten RB Leipzig brodelte es nach der Nullnummer gegen den 1. FC Kaiserslautern - und Trainer Alexander Zorniger nahm die schützende Hand von seiner Mannschaft (BERICHT: Leipzig und Lautern verpassen Platz zwei).

"Unterm Strich war es in der ersten Halbzeit sowohl gegen als auch mit dem Ball sehr, sehr dürftig", sagte der Coach. Zorniger ärgerte sich über die vielen hohen Bälle und fehlende Anspielmöglichkeiten im Zentrum. Seine Mannschaft habe sich versteckt.

"Wenn wir mit dieser Passivität in Darmstadt antreten, fressen die uns auf", sagte der Trainer mit Blick auf das nächste Verfolgerduell am Samstag bei den "Lilien".

Sechs Punkte Rückstand

Zwar blieben die Sachsen auch im siebten Heimspiel ungeschlagen, doch der Rückstand auf Tabellenführer FC Ingolstadt (26 Punkte) beträgt jetzt schon sechs Punkte.

Und auch die wiedererstarkte Fortuna aus Düsseldorf (21) liegt noch vor dem Aufsteiger aus der Messestadt, der den Durchmarsch in die Bundesliga im Visier hat (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und dennoch: Leipzig darf weiter vom Durchmarsch in die Bundesliga träumen.

Kuntz blickt nach Salzburg

Es ging in Leipzig nicht nur um die 90 Minuten: Lauterns Stefan Kuntz blickte am Rande des Spiels schon in die Zukunft und sprach über einen Wettbewerbsvorteil des Konkurrenten. Er erwartet eine Tauschbörse zwischen den Klubs RB Leipzig und Red Bull Salzburg.

"Falls jetzt die österreichische Mannschaft im internationalen Wettbewerb ausscheidet, wäre es mal interessant zu sehen, ob im Winter Transfers stattfinden, damit die Mannschaft weiter nach oben kommt", sagte der FCK-Vorstandsvorsitzende bei SPORT1.

Kuntz' Sorge ist berechtigt: Ralf Rangnick hatte vor einigen Tagen offen über konzerninterne Transfers gesprochen.

"Deutschland ist im Fußball nun einmal eine ganz andere Dimension. Wir haben hier in der Zweiten Bundesliga wesentlich mehr Zuschauer als in der ersten österreichischen Liga. Wir wären blöd, wenn wir den Salzburger Spielern keine Perspektive in Deutschland anbieten würden", sagte der Sportdirektor in einem Interview mit dem Magazin "Profil".

Kampl und Ramalho als Option

Die Salzburger sieht Rangnick im Red-Bull-Kosmos mittlerweile als Ausbildungsverein. "Wie soll ich einem Kevin Kampl erklären, dass er noch zwei Saisonen in Österreich anhängen soll? Das ginge wohl nur mit bedeutenden monetären Argumenten", sagte Rangnick. Auch der Brasilianer Andre Ramalho wäre eine Option für einen Wechsel.

Massimo Bruno und Marcel Sabitzer sind weitere potenzielle Kandidaten für einen Wechsel nach Deutschland. Die beiden Spieler gehören Leipzig, spielen nur auf Leihbasis in Österreich.

Diese Spieler kann Zorniger aber frühestens im Februar einbauen. Nun muss es das aktuelle Personal richten. Das zeigte sich gegen Lautern in Durchgang zwei vor 25.637 Zuschauern von einer anderen Seite.

Zorniger am Ende zufrieden

Mit frühem Pressing, permanentem Anlaufen und großer Aggressivität gingen Yussuf Poulsen und Co. zur Sache und waren die überlegene Mannschaft. Am Ende hellte sich auch die Miene des Trainers wieder auf. "Passivität hat in unserem Spiel einfach nichts zu suchen", stellte Zorniger nochmals klar.

Als deutliche Belebung erwies sich US-Nationalspieler Terrence Boyd, der in der 54. Minute für Torjäger Daniel Frahn in die Partie kam. Durch den bulligen Stürmer wurde das Spiel der Gastgeber noch körperlicher.

Boyd war es auch, der für Poulsen zum vermeintlichen 1:0 auflegte (78.), doch der Däne hebelte den Ball aus wenigen Metern noch übers freie Gehäuse.

Am Ende blieb auch bei den Spielern ein fader Beigeschmack. "Wir haben das Lauterer Spiel, das von Ballbesitz geprägt war, nicht in den Griff gekriegt. Deshalb sitzt die Enttäuschung tief", sagte Dominik Kaiser.

Und Mittelfeld-Abräumer Rani Khedira stellte fest: "Es war ein leistungsgerechtes Unentschieden. Wir haben vielleicht zu wenig investiert, um hier einen Sieg zu ergattern", sagte der jüngere Bruder von Weltmeister Sami Khedira.

Lautern muss weiter warten

Die Pfälzer indes präsentierten sich überraschend stark in Leipzig. Unverständlich, dass der frühere Bundesligist seit April ohne Auswärtssieg ist. "Wir waren in der ersten Halbzeit besser und haben hier exzellent verteidigt", meinte Trainer Kosta Runjaic, dessen Team ebenfalls mit 20 Punkten auf Rang fünf in Schlagdistanz liegt.

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