SPORT1-Experte Christian Beeck analysiert die Krise beim VfL Bochum. Dabei stärkt er Trainer Peter Neururer den Rücken.

Hallo Zweitliga-Freunde,

ich habe ja schon vor der Saison gesagt, dass ich nicht glaube, dass der VfL Bochum gut funktionieren wird. Nach dem überraschend starken Auftakt ist das jetzt auch eingetreten.

Man sieht sehr gut, dass die Formkurve in allen Mannschaftsteilen klar nach unten zeigt. Dafür steigt die Fehlerquote.

Vorne treffen die Bochumer nicht mehr und hinten bekommen sie die Hütte voll. Mittlerweile gab es schon einige Packungen, was in der starken Anfangsphase der Saison noch undenkbar war. Jetzt kam noch die Pleite gegen 1860 München hinzu. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Wer oder was da am Ende Schuld hat, was mit der Mannschaft los ist, was mit der taktischen Vorgabe passiert ist, ist von außen sehr schwer zu beurteilen.

Warum Peter Neururer, der ja Erfahrungen in solchen Situationen hat und den ich als akribischen Arbeiter kenne, das Team jetzt so wegbricht, ist eine spannende Frage.

Trainer sind in Krisensituationen ja grundsätzlich angreifbar. Wenn es nicht funktioniert, sind sie die Ersten die auf der Geschäftsstelle zum Rapport gebeten werden. Danach kommen die Sportdirektoren, weil sie zu viele schlechte Trainer verpflichtet haben. So ist nun mal das Geschäft.

Das die Fans in Bochum jetzt unruhig werden, ist nachvollziehbar, aber es hilft ja keinem.

Trainer Neururer und Sportdirektor Christian Hochstätter haben den Kader in Bochum zusammengestellt. Jetzt einen neuen Coach zu holen, der das Team nicht kennt und trotzdem in der Lage ist, das herauszuholen, was in ihm steckt, wird verdammt schwer. Daher macht aus meiner Sicht gar keinen Sinn, einen Neuen zu verpflichten.

Man muss eben auch mal einsehen, dass eine Mannschaft wie Bochum nicht 34 Spieltage Erster ist.

Die Erwartungshaltung ist das Entscheidende. Und im Endeffekt glaube ich, dass sie zufrieden sein werden, wenn sie nicht wieder so eine Zittersaison erleben wie im letzten Jahr. Demzufolge ist das alles so schon noch in Ordnung.

Allerdings muss Bochum jetzt zeitnah die Kurve kriegen.

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck seit dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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