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Der Schweizer Rene Weiler wird wohl Nachfolger von Valerien Ismael

München - Valerien Ismael ist als Trainer beim 1. FC Nürnberg Geschichte (Bericht).

Als Interimslösung präsentierte der Club zunächst Reha- und Fitnesstrainer Markus Zidek. "Markus Zidek wird das erst mal machen, ab jetzt wollen wir so schnell wie möglich den neuen Trainer finden", sagte Fußballchef Wolfgang Wolf zu SPORT1.

Sportvorstand Martin Bader sprach davon, dass man die Länderspielpause dazu nutzen wolle, den Ismael-Nachfolger zu finden. Nach SPORT1-Informationen soll der neue Trainer aber schon am Mittwoch vorgestellt werden, nach übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich dabei um Rene Weiler.

"Matthäus kein Kandidat"

"Wir müssen jetzt genau schauen, wer es sein wird. Du weißt ja nie, wenn du einen Trainer holst, ob das mit ihm dann auch passt, weil vieles auch von Ergebnissen abhängig ist", hatte Wolf erklärt.

Das Vertrauen der Club-Verantwortlichen soll jetzt offenbar der Schweizer Weiler erhalten. Der 41-Jährige war zuletzt bis zum Saisonende Trainer beim FC Aarau und schon im Sommer neben Ismael Nürnbergs Topkandidat.

Seitdem hat Weiler nach eigener Aussage mehrere Jobangebote abgelehnt. Ein möglicher Schwachpunkt des Schweizers: Weiler hat - ähnlich wie Ismael zuvor - in der deutschen Zweiten Liga keine Erfahrungen vorzuweisen.

Karriereende mit 28

In seiner aktiven Zeit war der damalige Abwehrspieler ausschließlich in seiner Heimat aktiv, spielte dabei unter anderem in der Saison 1992/93 gemeinsam mit Bundestrainer Joachim Löw beim FC Winterthur.

Einige Jahre später brachte es Weiler auch zum Nationalspieler. Wegen mehrerer Verletzungen absolvierte er allerdings nur ein Länderspiel, ehe er kürzertreten und seine Profi-Karriere schließlich mit gerade einmal 28 Jahren beenden musste.

"Wir brauchen bei der Trainersuche auch das nötige Glück, dass er die Ergebnisse liefert", hatte FCN-Fußballchef Wolf nach Ismaels Entlassung erklärt - wohl auch, um dessen Nachfolger nicht schon im Voraus zu sehr unter Druck zu setzen.

Die Trennung von Ismael bedauerte Wolf derweil ausdrücklich: "Wir wollten einen jungen Trainer, der den Weg mit uns geht, aber momentan bewegen wir uns nach dem Zwischenhoch mit den guten Spielen gegen Lautern, in Bochum und gegen Leipzig wieder in einer Abwärtsspirale."

Neuer Trainer, neue Impulse

Es gebe "eine gefährliche Entwicklung nach unten". Die versuche man nun zu stoppen. Da müsse ein neuer Trainer neue Impulse geben, auf eine andere Art, wie es Ismael gemacht habe.

"Der neue Trainer muss ein Mittelding sein", sagte Wolf zu den Vorstellungen der Verantwortlichen: "Wir haben uns schon auf den einen oder anderen Kandidaten festgelegt, mit dem wir reden, aber wir brauchen ein gutes Gefühl dabei."

In den letzten anderthalb Jahren gab es beim Club mit Gertjan Verbeek, Michael Wiesinger und nun Valerien Ismael drei Trainer, die scheiterten. Der neue Mann soll endlich passen, so der Wunsch am Valznerweiher.

"Wir brauchen einen, der etwas Erfahrung hat in dem Geschäft und noch etwas entwickeln kann", beschreibt Wolf das Profil des Wunschtrainers

Keine Kontinuität seit Heckings Abschied

Dass es auch Ismaels Nachfolger nicht leicht haben wird, will der selbst erst seit einigen Monaten amtierende Fußballchef nicht verheimlichen: "Wenn du beim Club anfängst, dann weißt du, wenn du dich mit dem Verein auskennst, auf was du dich einlässt."

Kontinuität ist seit dem heutigen Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking ein Fremdwort in Nürnberg. Hecking war von Dezember 2009 bis Dezember 2012 knapp drei Jahre Trainer bei den Franken.

Die Ziele aber bleiben ambitioniert. "Wir wollen in dem Verein etwas entwickeln, wollen oben angreifen und nicht im Abstiegskampf stecken", sagt Wolf. Der Fußballchef sieht "die Mannschaft besser als ihr Tabellenplatz ist. Wir hoffen, dass wir den Trainer schnell finden und dass er dann die Probleme lösen kann."

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