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Jean Zimmer (l.) wurde 2010/11 mit der A-Jugend des 1. FC Kaiserslautern deutscher Vizemeister
Jean Zimmer (l.) wurde 2010/11 mit der A-Jugend des 1. FC Kaiserslautern deutscher Vizemeister © imago

München - Vor dem Spiel in Ingolstadt befindet sich Kaiserslautern auf Erstliga-Kurs. Bei SPORT1 sprechen FCK-Boss Kuntz und Talent Zimmer.

Da ist Jean Zimmer, 21 Jahre alt.

Und Willi Orban, 19 Jahre alt. Dann noch Dominique Heintz, 21. Nicht zuletzt auch Kevin Stöger, ebenfalls 21.

Der 1. FC Kaiserslautern hat im Moment Freude an seinen jungen Spielern. Viel Freude.

Das aufstrebende Quartett gehört derzeit zu den Leistungsträgern des Klubs - und hat enormen Anteil daran, dass die "Roten Teufel" nach 16 Spieltagen auf Tabellenplatz zwei in der Zweiten Liga stehen.

Und daran, dass vor dem Topspiel am Sonntag bei Tabellenführer FC Ingolstadt (ab 13.15 Uhr im Sportradio SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) die Aufstiegsträume reifen.

Kuntz: "Wir sind stolz"

"Wir sind stolz darauf, dass sich unsere Philosophie als die richtige Entscheidung erweist", sagt Lauterns Vereinschef Stefan Kuntz zu SPORT1.

Der 52-Jährige freut sich über "die Entwicklung der Spieler und die Identifikation zwischen Fans und Mannschaft".

Die ist gewährleistet dadurch, dass Defensivspieler Zimmer, Orban und Heintz allesamt aus der eigenen Jugend stammen. Einzig Stöger, der österreichische Mittelfeldspieler, ist bis Saisonende vom VfB Stuttgart ausgeliehen.

Die Jungspunde des FCK: Sie machen Lust auf mehr.

Zimmer: "Es geht nicht um Alter, es geht um Qualität"

Beim 3:0-Heimsieg gegen Erzgebirge Aue vor einer Woche waren Orban und Zimmer die besten Akteure beim FCK.

Und Zimmer verspricht, alles dafür zu tun, das Niveau zu halten. "Ich versuche mich täglich zu verbessern, weiter hart an mir zu arbeiten und mein Leistungsniveau durch Training, aber auch durch die nötige Regeneration, konstant hoch zu halten", sagt er SPORT1.

Ist die Unbekümmertheit aufgrund des Alters da der Schlüssel zum Erfolg?

"Für mich hat das nicht unbedingt nur etwas mit dem Alter zu tun, ich denke es geht auch bei uns in erster Linie um Qualität", sagt Zimmer.

"Da traut man sich mehr zu"

Ein Grund für die Stärke der Lauterer Jungen ist allerdings die volle Unterstützung von FCK-Coach Kosta Runjaic.

"Das Vertrauen des Trainers zu haben, ist natürlich wichtig", weiß Zimmer, "da traut man sich im Spiel auch mehr zu."

Wie wichtig das Jugendkonzept für den Verein ist? Zimmer traut sich da kein Urteil zu. Für sich persönlich aber sagt er: "Ich würde ohne dieses Konzept jetzt vielleicht nicht regelmäßig spielen. Insofern finde ich es gut."

Kuntz ergänzt: "Wir geben den Jungen die Möglichkeit, weil wir großes Vertrauen in die Spieler haben. Sie können in ihre Rolle hineinwachsen, auch weil wir ein Grundgerüst älterer und erfahrener Spieler haben."

Kuntz sieht Entwicklungsprozess

Bei aller Freude über das aktuelle Hoch des FCK und seiner Youngster: Zu hoch will der Klubboss die Träume nicht fliegen lassen.

FC Kaiserlautern v FC Ingolstadt - Second Bundesliga
Stefan Kuntz wurde 1996 Europameister © Getty Images

"Wir können es auch einschätzen", sagt Kuntz: "Das ist ein schöner Moment, aber wir wollen uns weder dafür feiern lassen, noch wollen wir jetzt unser Saisonziel ändern und den Aufstieg einfordern."

Der Verein sei "in einem Entwicklungsprozess, der gerade gut läuft. Aber es kommen in einem solchen Entwicklungsprozess sicherlich auch wieder schwierigere Zeiten."

Aufstieg nicht das Ziel

Vor der Saison gab Kuntz und Runjaic nach zwei gescheiterten Versuchen in den beiden Jahren zuvor nicht als primäres Ziel den Aufstieg aus.

Eine Taktik, die womöglich dabei geholfen hat, dass die Talente ohne Druck von außen befreit aufspielen - auch wenn Kuntz betont: "Wir haben den Aufstieg nicht deshalb nicht als Ziel ausgegeben, sondern weil dies den tatsächlichen Voraussetzungen entspricht."

Realistische Betrachtungsweise

Die Erwartungshaltung vor der Reise nach Ingolstadt dürfte im FCK-Umfeld nach zuletzt starken Leistungen dennoch hoch sein.

Gibt es also ein weiteres positives Ausrufezeichen im Aufstiegsrennen?

"Wir wissen, dass wir auf einen sehr starken Gegner treffen", meint Zimmer, "aber wir fahren sicherlich nicht nach Ingolstadt, weil das so eine schöne Stadt ist, sondern weil wir da was holen wollen."

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