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Torschütze Maximilian Wittek ist nach der Niederlage von 1860 München tief betrübt
Torschütze Maximilian Wittek ist nach der Niederlage von 1860 München tief betrübt © Getty Images

1860 München fällt nach einem Traumtor von Wittek gegen den Karlsruher SC auseinander und kassiert drei Tore in acht Minuten.

Von Max Wessing

Eigentlich war Hasan Ismaik so etwas wie der Glücksbringer bei 1860 München.

Immer, wenn der schwerreiche Investor der Löwen auf der Tribüne der Allianz Arena saß, punkteten die Löwen, zeigten sie sich von ihrer bissigen Seite. Eigentlich.

Nach langer Zeit schaute der Jordanier nun also mal wieder in Fröttmaning vorbei. Was er sah?

Eine 2:3 (1:0)-Niederlage gegen den Karlsruher SC (Highlights So., ab 9.15 Uhr im TV auf SPORT1 in Hattrick Pur - Die 2. Bundesliga).

Der Glücksbringer-Status? Erst einmal dahin. Stattdessen die volle Wucht der Krise: live und in Farbe. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Dritte Niederlage in Folge

Es war die dritte Pleite in Folge für die Löwen, die bereits zehnte in dieser Spielzeit.

Die Sechziger bleiben nach der vierten Heimschlappe hintereinander auf dem Relegationsplatz. Zahlen des Schreckens.

Dabei begann das Team vom mittlerweile schwer in die Kritik geratene Trainer Markus von Ahlen gegen den KSC ordentlich, kam einige Male gefährlich vor das Tor der Gäste.

So die Führung durch Nachwuchshoffnung Maximilian Wittek (28.) per Traumtor verdient und gleichzeitig der Pausenstand vor 16.400 Zuschauern in der Allianz Arena.

Binnen acht Minuten alles verspielt

In Durchgang zwei dauerte es jedoch gerade einmal acht (!) Minuten - und die Löwen lagen 1:3 hinten.

Rouwen Hennings (59./69.) und Hiroki Yamada (67.) sorgten für die rasche Wende. Rubin Okotie (74.) gelang mit seinem elften Saisontor nur noch das Anschlusstor.

Zwar schossen die Gastgeber in der Nachspielzeit sogar noch den Ausgleich - wegen eines vermeintlichen Foulspiels von Okotie an KSC-Keeper Dirk Orlishausen wurde der Treffer aber nicht gegeben.

KSC bleibt Ingolstadt auf den Fersen

Damit rangiert der KSC nun mit 30 Punkten auf Position zwei, drei Zähler hinter Ingolstadt. Es war bereits das achte Spiel in Serie, in dem Karlsruhe ungeschlagen blieb.

"Wir sollten vielleicht den Antrag stellen, häufiger in München zu spielen. Es lief letzte Saison gut und heute wieder", sagte Hennings bei "Sky". Solche Aussagen treffen nur Sieger.

Von Ahlen: Erstes Gegentor entscheidend

Davon ist 1860 derzeit meilenweit entfernt.

"Der erste Gegentreffer führte bei uns zu einem kurzen Schock-Moment", sagte Markus von Ahlen auf der Pressekonferenz. "Das darf einfach nicht passieren. Du musst 90 Minuten voll konzentriert sein, das erwarte ich von meiner Mannschaft."

Selbige setzt sie aber nicht um - und bleibt auf dem Relegationsplatz.

"Poschner raus"-Rufe

Es ist in der sowieso schon ganz gruseligen Löwen-Saison der nächste Tiefschlag. Wahrscheinlich sogar der schlimmste.

So skandierten die Fans in der Schlussphase der Partie: "Poschner raus!"

In dieser Deutlichkeit wurde die Kritik an Sportchef Gerhard Poschner erstmals ausgedrückt.

Er war es, der die Mannschaft im Sommer zur Großbaustelle ausrief, zehn neue Spieler verpflichtete.

Das Resultat ist jedoch ein völlig instabiles Gebilde, was Woche für Woche auf dem Platz steht. Von Harmonie und vor allem Perspektive: keine Spur.

Jetzt gegen Kaiserslautern

"Ich bin froh, dass es unter der Woche jetzt schon weitergeht (gegen Kaiserslautern, d. Red.) und wir nicht viel Zeit haben, um nachzudenken", sagte von Ahlen abschließend.

Investor Hasan Ismaik wird diese Worte gehört haben - und sich wahrscheinlich dabei ertappt haben, wie er sich bereits einige Gedanken machte.

Vermutlich auch über den Trainer.

Die Highlights des Spiels im Sportradio SPORT1.fm

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