Leipzig - Trainer Zorniger hält seine Spieler für zu verspielt, Frahns Tage scheinen gezählt. Rangnick versteht die Entscheidung Kampls.

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Nach dem verkorksten Jahresabschluss machte Alexander Zorniger keinen Hehl aus seiner Enttäuschung.

"Eigentlich darf man diese drei Punkte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr hergeben, deswegen ist das sehr, sehr ärgerlich", sagte der Trainer des Zweitligisten RB Leipzig.

Die Sachsen verschenkten durch einen späten Gegentreffer zwei Punkte, verpassten nach dem 1:1 (1:0) gegen 1860 München den Anschluss an die Aufstiegsränge (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan) und mussten sich auch im Ringen um Kevin Kampl geschlagen geben.

Der Mittelfeldspieler wechselt in der Winterpause statt nach Leipzig zu Borussia Dortmund und unterschreibt beim BVB einen Vertrag bis 2019.

Rangnick nicht überrascht von Kampls Entscheidung

"Uns war klar: Wir befinden uns diesbezüglich im Wettbewerb. Nachdem sich Borussia Dortmund jetzt kurzfristig entschieden hat, den Spieler gleich zu verpflichten, war klar, dass Kevin das machen wird", sagte Sportdirektor Ralf Rangnick das vergebliche Werben bei SPORT1.

Für zusätzliche Unruhe sorgt der angebliche Abschied von Kapitän Daniel Frahn.

Wie die "Bild" berichtet, kann sich der 27-Jährige im Winter einen neuen Verein suchen, beim finanzkräftigen Aufsteiger wird er offenbar nicht mehr gebraucht.

Zorniger soll Frahn das bereits am Sonntagabend mitgeteilt haben, eine offizielle Bestätigung des Klubs gibt es noch nicht.

Junge Spieler erwünscht

Da sich angeblich auch Frahns Sturmpartner Matthias Morys einen neuen Klub suchen darf, spricht vieles dafür, dass Leipzig in der Offensive nachlegen wird. Zumal in Terrence Boyd ein weiterer Angreifer mit einem Kreuzbandriss noch mehrere Monate ausfallen wird.

Ob und inwieweit der Kader der Sachsen in der Winterpause verändert wird, ließ Rangnick bei SPORT1 noch offen.

"Wir werden dann was machen, wenn wir Spieler bekommen, die in unser Anforderungsprofil passen. Das sind Spieler, die zwischen 17 und 23 Jahre alt sind. In Ausnahmefällen können Spieler auch mal 24 oder 25 Jahre alt sein. Wir werden keine Spieler holen, die 27 oder 28 sind, nur um die Wahrscheinlichkeit aufzusteigen zu erhöhen."

Frahn zieht schweigend davon

Auch Frahn, der noch einen Vertrag bis Sommer 2016 besitzt, hielt sich am Montagabend im Leipziger Zentralstadion lieber bedeckt und verschwand kommentarlos in der Kabine, nachdem er zuvor noch mit den Fans in der Kurve abgeklatscht hatte.

In den vergangenen Jahren war Frahn das Gesicht der Mannschaft, schaffte mit RB seit 2010 den Durchmarsch bis in die 2. Liga und hatte mit seinen Treffern großen Anteil an den Aufstiegen.

In 147 Spielen erzielte er 87 Treffer und bereitete 36 Tore vor, doch nun soll Schluss sein. Der Traum, für Leipzig in der Bundesliga zu spielen, dürfte sich für den gebürtigen Potsdamer Frahn nicht erfüllen.

Ziel bleibt der Aufstieg

Das große Ziel Aufstieg verliert der Klub trotzdem nicht aus den Augen. "Wir müssen weiterarbeiten, wir sind nur vier Punkte hinter einem Aufstiegsplatz, das können wir schon schaffen", sagte Angreifer Yussuf Poulsen.

Der Däne brachte Leipzig mit einem Traumtor (29.) in Führung und jubelte danach in Luca-Toni-Manier ("Das war so geplant"), doch Münchens Rubin Okotie (86.) verdarb den Gastgebern vor 27.370 Zuschauern den Abend.

Anstatt bis auf zwei Punkte an den Tabellendritten Darmstadt 98 heranzurücken, blieb der Rückstand konstant.

"Aus der Vorrunde müssen wir die Lehre ziehen, dass wir manchmal zielstrebiger und einfacher spielen müssen", sagte Zorniger: "Die Jungs sind manchmal noch zu verspielt für die Zweite Liga."

Poulsen bekam dennoch ein Lob von Zorniger: "Man sieht, wie extrem er sich entwickelt hat."

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