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RB Leipzig muss am Freitag im Sachsenderby beim FC Erzgebirge Aue ran
RB Leipzig muss am Freitag im Sachsenderby beim FC Erzgebirge Aue ran © imago

München - Zurückhaltung ade. Der ambitionierte Zweitligist RB Leipzig mit Sportdirektor Ralf Rangnick macht in Sachen Aufstieg ernst, personell und verbal.

Von David Schmidt und Daniel Becht

RB Leipzig will hoch. Und zwar jetzt. Im Sommer druckste Ralf Rangnick bei dem Thema Aufstieg noch herum, gab die klassischen "Alles-kann-nichts-muss"-Antworten.

Jetzt ist alles anders. Schüchtern war gestern, offensiv ist heute. Und zwar in jeder Hinsicht. Leipzig hat nachgelegt, verbal und personell.

"Je früher, desto besser. Für mich gibt es kein zu früh in Sachen Aufstieg", sagte Sportdirektor Rangnick im Trainingslager in Doha zu SPORT1. "Wenn wir noch ein Jahr in der 2. Bundesliga spielen wollten, hätten wir niemanden holen müssen. Den Klassenerhalt hätte ich auch der jetzigen Mannschaft zugetraut."

Millionenschwere Neuzugänge

Das sitzt. So offensiv hatte Rangnick das A-Wort noch nie in den Mund genommen. Und die Sachsen haben ihre Worte mit Taten untermauert.

In Omer Damari, Emil Forsberg, Yordy Reyna und Rodnei holten die Roten Bullen gleich vier Spieler in der Winterpause. Damari eisten die Roten Bullen für fünf Millionen Euro von Austria Wien los, Forsberg kam für 3,7 Millionen Euro von Malmö FF. Yordy Reyna und Rodnei sind quasi Verstärkungen aus dem eigenen Hause. Das Duo wechselte von RB Salzburg nach Leipzig.

Nichts will Rangnick dem Zufall überlassen, gerade in der Offensive. Damari, Forsberg und Reyna sind allesamt Stürmer und sollen das in der Hinrunde lahmende Angriffsspiel der Leipziger befeuern. Acht Mal schoss der ambitionierte Zweitligist in der laufenden Saison kein Tor, das gab den Verantwortlichen zu denken.

Umstellung auf 4-3-3

"Es ist klar, dass wir Mittel und Wege finden wollen, wie man mehr Torgefahr ausstrahlen kann", so Rangnick. "Uns stehen jetzt mehr Stürmer zur Verfügung. Da ist es logisch, dass wir dann auch mal mit drei Spitzen spielen wollen."

Die Roten Bullen wollen in der Rückrunde im offensiven 4-3-3 angreifen, das gewohnte 4-3-1-2-System soll in den Hintergrund rücken. "Wir spielen überwiegend im 4-3-3, das haben wir als Hauptsystem geplant", erklärt Trainer Alexander Zorniger, der mit seiner Mannschaft zum Auftakt am Freitag in Aue ran muss (ab 18.15 Uhr LIVE im Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER auf SPORT1.de).

 Beim FC Erzgebirge hat das neue System seine Feuertaufe. Dass die Abläufe noch nicht eingespielt sein können, ist klar. Gewisse Anlaufschwierigkeiten sind eingeplant. "Wir haben fast zwei Jahre im 4-3-1-2-System gespielt. Die Umstellung auf ein System mit drei Spitzen, noch dazu mit dem ein oder anderen neuen Spieler, geht natürlich nicht von heute auf morgen", weiß Rangnick.

Keine Spielgenehmigung für Quaschner

Trainer Zorniger kann dank der Neuverpflichtungen aus einem Pool von sieben Stürmern schöpfen, um drei Positionen zu besetzen. Eigentlich hätten die Leipziger auch noch gerne den 20-jährigen Nils Quaschner in ihrem Rückrundenkader gehabt, doch die FIFA machte dem Aufsteiger einen Strich durch die Rechnung.

Der Weltverband erteilte dem Angreifer keine Spielgenehmigung, weil dieser schon vor seinem Wechsel in Österreich für Salzburg und den zweitklassigen FC Liefering gespielt hatte. Laut FIFA-Statuten darf ein Spieler in einer Saison nicht für drei Vereine aktiv sein. Quaschner, der schon mit seiner neuen Mannschaft trainierte und kurz vor seinem ersten Testspiel stand, musste wieder zurück nach Salzburg.

Auf den Quaschner-Fauxpas reagierte RB mit der Verpflichtung von Yordy Reyna. Der Peruaner wechselte aus Salzburg an die Elster, stürmte aber im letzten halben Jahr auf Leihbasis für den österreichischen Erstligisten SV Grödig, wo er mit elf Toren und sechs Vorlagen imponierte.

"In der Rückrunde nochmal attackieren"

Reyna muss sich im Sachsenderby gegen Aue aber zunächst mit einem Platz auf der Bank begnügen. Zorniger deutete schon an, dass sich Emil Forsberg und Yussuf Poulsen "gefunden haben", Routinier Daniel Frahn komplettiert den Dreiersturm.

"Wir haben die neuen Spieler aus zwei Gründen geholt. Zum einen, um in der Rückrunde nochmal zu attackieren. Zum anderen, um auf einem deutlich höheren Niveau zu sein, wenn es um die Weiterentwicklung für die Saison 2015/16 geht", machte Rangnick deutlich, der auch höchst selbst der Mannschaft signalisierte, welche Stunde es geschlagen hat. Rangnick wird seine Funktion in Salzburg im Sommer aufgeben, unabhängig vom Aufstieg. 

Leipzig greift an. Am Freitag Aue, danach die Liga.

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