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Die Trainer der Kellerkinder
Mike Büskens macht den Check: Den Anfang machen Benno Möhlmann, Ewald Lienen, Markus von Ahlen und Co. © Getty

München - Die Zweite Liga legt wieder los. Mike Büskens nimmt für SPORT1 die Abstiegskandidaten unter die Lupe. Er erklärt, warum die Hamburger unten rauskommen werden - und wer stattdessen zittern muss.

Es geht wieder los in der Zweiten Liga.

Eine Woche nach dem Rückrundenstart der Bundesliga geht es auch im Unterhaus wieder los - unter anderem mit dem Gastspiel von Tabellenführer FC Ingolstadt bei der SpVgg Greuther Fürth (ab 17.45 Uhr LIVE im Sportradio SPORT1.fm und LIVETICKER - Highlights ab 22.15 Uhr bei Hattrick - Die 2. Bundesliga im TV auf SPORT1).

Wer steigt in dieser Saison auf? Wer muss am Ende den bitteren Gang in die Dritte Liga antreten? Jede Menge Emotionen sind garantiert.

Einer, der sich auf den Startschuss im Unterhaus freut, ist der frühere Profi Mike Büskens, der die Fürther 2012 in die Bundesliga führte. Zuletzt war Büskens Chefcoach bei Fortuna Düsseldorf. "Ich habe wieder Bock auf Fußball und setze mich mit der Liga auseinander", sagt Büskens im SPORT1-Gespräch.

Im ersten von drei Teilen des Zweitliga-Checks bei SPORT1 nimmt Büskens die Teams auf den hinteren Plätzen unter die Lupe:

Platz 13: FSV Frankfurt

Greuther Fuerth v FSV Frankfurt - 2. Bundesliga
Patric Klandt ist der Rückhalt beim FSV Frankfurt © Getty Images

"Es ist großartig, was die Frankfurter immer wieder aus ihrer Situation machen. Sie haben in der Stadt mit der Eintracht einen großen Konkurrenten, der Zuschauer und Sponsoren wegnimmt. Sie machen da alle einen sensationellen Job.

In der Saison gibt es beim FSV zwar Phasen, wo sie mehrere Spiele auch mal nicht punkten, dennoch schaffen es die Frankfurter immer wieder, ein Team auf den Platz zu stellen, in dem erfahrene Führungsspieler gepaart mit jungen Talenten am Werk sind.

Der FSV schafft sicher den Klassenerhalt. Das freut mich für Benno, dessen Nachfolger ich in Fürth sein durfte, und Sven Kmetsch, der auf Schalke mein Co-Trainer und Mitspieler war."

Platz 14: SV Sandhausen

SV Sandhausen - Andrew Wooten
Andrew Wooten ist Sandhausens große Sturm-Hoffnung © getty

"Sie haben mit Andrew Wooten vorne im Sturm einen drin, der der Mann für die entscheidenden Tore ist. Auch in Sandhausen weiß man ähnlich wie in Aalen oder Aue, um was es geht, nämlich nur um den Klassenerhalt. Es ist ein sehr kompaktes Team.

Alois Schwarz macht da zusammen mit Gerhard Kleppinger, bei dem ich nach meiner Profikarriere spielender Co-Trainer war, einen Riesenjob. Das Umfeld behält immer die Ruhe, so dass ich dem Klub über diesen Zusammenerhalt zutraue eine vernünftige Rückrunde zu spielen. Ich erwarte, dass sie ihr Saisonziel, nämlich nicht abzusteigen, erreichen."

Platz 15: 1860 München

Rubin Okotie (1860 München)
Rubin Okotie vom TSV 1860 erzielte in dieser Saison bislang 12 Treffer © Getty Images

"Die "Löwen" blieben bisher weit hinter ihren Erwartungen. Ex-Trainer Ricardo Moniz sprach zu Saisonbeginn davon, Erster werden zu wollen. Obwohl er nicht mehr da ist, wird der Verein weiter an dieser Aussage gemessen. 1860 hat Spieler mit gehobener Zweitliga-Qualität in seinem Kader. Da wurden Spieler aus Spanien verpflichtet, die von Barcelona B kamen.

Letztendlich geht es jetzt darum, gut in die Rückrunde zu kommen und sich so schnell wie möglich ins gesicherte Mittelfeld zu begeben. Das muss das Ziel sein. Es wäre wünschenswert, wenn sie sich über eine gewisse Kontinuität im sportlichen Bereich entwickeln könnten. Vieles ist abhängig von Stürmer Rubin Okotie."

Platz 16: VfR Aalen

VfR Aalen v Hannover 96 - DFB Cup
Michael Klauß spielt seit zweieinhalb Jahren in Aalen © Getty Images

"Da der Verein nach dem Rückzug des Präsidenten mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat, müssen sie Spieler entwickeln, die bisher bei anderen Vereinen nicht so zum Zuge kamen. Defensiv agieren sie gut als Team, aber es fehlt, dass sie sich offensiv für ihren Aufwand belohnen.

Der große Vorteil von Aalen ist - ähnlich wie Aue -, dass sie sich bewusst sind, dass es nur gegen den Abstieg geht. Sie haben immer Zeit gehabt, sich mit dieser brenzligen Situation auseinanderzusetzen."

Platz 17: FC St. Pauli

FC St. Pauli v Borussia Dortmund - DFB Cup
Okan Kurt will mit St.Pauli unten raus © Getty Images

"Die Testspielergebnisse waren gut. Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass sich diese Mannschaft aus dem unteren Bereich lösen wird. Der von Rachid Azzouzi, dem ehemaligen Sportchef, zusammengestellte Kader hat in meinen Augen ganz klar eine gute Qualität.

Und Trainer Ewald Lienen wird an den richtigen Schrauben drehen. Er muss die Defensive stärken, da müssen sie kompakter sein, da sind sie zu anfällig bei Kontertoren. St. Pauli wird es zwar schwer haben, aber mit der Atmosphäre am Millerntor im Rücken werden sie mit dem Abstieg nichts zu tun haben."

Platz 18: Erzgebirge Aue

Karlsruher SC v Erzgebirge Aue - 2. Bundesliga
Oliver Schroeder und Erzgebirge Aue sind Letzter der 2. Liga © Getty Images

"Erzgebirge Aue ist das Schalke des Ostens. Ich glaube, die haben noch die alte Anzeigetafel aus dem Parkstadion. Nach der Übernahme von Trainer Tomislav Stipic hatten die eine gute Phase, wo sie auch gepunktet haben. Letztendlich aber konnten sie das nicht auf Dauer bestätigen.

Zum Ende raus gegen Bochum gab es nochmal ein sehr gutes Spiel. Das ist ein kampfstarkes Team und im Sparkassen-Stadion zu gewinnen, ist immer sehr schwer. Darauf müssen sie bauen, dass sie ihre Punkte zu Hause holen. Erzgebirge ist bis zum Ende unten drin. Gegen RB am Freitag muss ein Zeichen gesetzt werden, weil sonst die Lücke zu den Nichtabstiegsplätzen zu groß wird."

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