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SPORT1-Experte Christian Beeck analysiert in seiner Zweitliga-Kolumne die anhaltende Talfahrt von 1860 München und den Abgang von Alexander Zorniger bei RB Leipzig.

Hallo Zweitliga-Freunde,

dass es bei 1860 München nicht gut läuft, kann wohl jeder erkennen. Da sprechen Ergebnisse und Tabellenstand eine eindeutige Sprache.

Nach dem letzten Spiel vor der Winterpause bei RB Leipzig bin ich davon ausgegangen, dass es wieder bergauf geht. Das war ein wirklich inspirierender Auftritt.

Da kam der Rückrundenauftakt mit einer derart schlechten zweiten Halbzeit gegen Heidenheim doch etwas überraschend.

Eine größere Ernüchterung kann man eigentlich gar nicht erleben. Das war auch an den Gesichtern der Protagonisten sowie an den Ausführungen der Verantwortlichen erkennbar.

Ich hatte das Gefühl, dass das eine Art Blattschuss war. Nun herrscht im Verein natürlich großes Kopfzerbrechen.

Das ist in dieser ernsten Situation alles andere als eine leichte Aufgabe. Ich möchte nicht in der Haut von Sportdirektor Gerhard Poschner stecken.

Man muss sich nun entscheiden, ob Trainer Markus von Ahlen weiterhin das Vertrauen geschenkt bekommt und man ihm zutraut, die Situation mit der Mannschaft wieder in den Griff zu bekommen.

Die andere Möglichkeit besteht darin, Veränderungen vorzunehmen. Dann müsste man sich allerdings dem Vorwurf aussetzen, nicht schon in der Winterpause etwas unternommen zu haben.

Anscheinend laufen ein paar elementare Dinge falsch. Vielleicht stimmt auch die Mischung der Charaktere nicht. Zu Anfang der Saison hatte man diesbezüglich ja erhebliche Probleme.

Ich glaube dennoch, dass der Klub die Kurve bekommen und die Klasse halten kann. Es steckt definitiv genug individuelle Qualität in der Mannschaft.

RB Leipzig hingegen hat erkannt, dass die Sache so nicht weiter funktioniert. Deshalb entschied sich Trainer Alexander Zorniger zurückzutreten.

Bei dem neuen Trainer muss die Perspektive bereits auf die Zukunft und die nächste Saison ausgerichtet sein. Das war wohl bei Zorniger nicht der Fall.

Auch scheinen die internen Ziele – der Aufstieg in die Bundesliga – und die vom Trainer in der Öffentlichkeit ausgegebenen Bestrebungen nicht übereingestimmt zu haben.

Diesbezüglich sind bei einigen öffentlichen Auftritten immer wieder auseinandergehende Inhalte zum Tragen gekommen.

Wenn die von den strategisch handelnden Personen geforderten Ergebnisse nicht mehr vorhanden sind, geht man als Trainer.

So hat scheinbar auch Zorniger gedacht.

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck seit dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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