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Christian Beeck über Oliver Reck
Christian Beeck (l.) kritisiert den Umgang mit Oliver Reck © SPORT1/Getty Images

Oliver Recks Entlassung in Düsseldorf macht SPORT1-Kolumnist Christian Beeck ratlos. Anders sieht die Sache in Fürth aus: Hier traut er Mike Büskens dauerhaft Erfolg zu.

Hallo liebe Fußballfreunde,

die Zweite Liga spielt verrückt, mit Frank Kramer in Fürth und Oliver Reck in Düsseldorf wurden in dieser Saison nun schon zehn Trainer entlassen. Diese Bilanz spricht nicht gerade für die Vereine und deren Vereinsführung. Es ist ein generelles Problem in der Liga: Die Verantwortlichen haben vom Fußballgeschäft immer weniger Ahnung.

Den Rauswurf von Oliver Reck verstehe ich zum Beispiel überhaupt nicht. Im Oktober/November sagte der Verein noch, sein Konzept sei herausragend. Und jetzt? Jetzt ist alles anders, der Trainer und das Konzept nicht geeignet.

Die Mannschaft hatte zuletzt eine schwache Phase, das kommt vor. Realistisch gesehen besitzt die Düsseldorfer Mannschaft nicht die Qualität, 34 Spieltage konstant stark zu spielen und ganz vorne in der Tabelle zu stehen.

Um aufzusteigen, benötigt man als Trainer 120 Prozent von seinen Spielern. Das erreiche ich allerdings nur durch Identifikation, Nähe und Wärme zum vorgelebten Konzept. Wenn ich dann als Fußballunternehmen permanent den Trainer austausche, schaffe ich genau das Gegenteil. Die Mannschaft kann sich nicht entwickeln, ist weder nachhaltig noch strapazierfähig.

Die Fortuna hat nun folglich folgendes Problem: Die Planungen für die kommende Saison sind zurückgestellt. Der neue Trainer muss sich erst einmal ein Bild machen, um seriös beurteilen zu können, welche Qualitäten er zur Verfügung hat und an welchen Stellen er arbeiten muss. Das bedeutet: wieder neue Ideen, wieder andere Vorstellungen. Eine solide nachhaltige Entwicklung durch den wichtigsten Angestellten eines Fußballclubs sieht definitiv anders aus.

Ich bin sicher: Für den Aufstieg wird es auch in dieser Saison nicht reichen. Der Verein wird nun abwarten, wie die ersten Spiele unter Taskin Aksoy, dem ehemaligen U23-Trainer, laufen – dann wird man reagieren. Oder man legt einen Schnellschuss hin, und verpflichtet übermorgen den neuen Cheftrainer.

Anders beurteile ich die Lage bei Greuther Fürth. Präsident Helmut Hack ist seit fast zwanzig Jahren Präsident, er kann die Situation beurteilen und hat gemerkt, dass die Mannschaft die gesteckten Ziele so nicht erreicht. Dieser Trainerwechsel ist zukunftsträchtiger, denn mit Rückkehrer Mike Büskens hat man nun einen Mann, der richtig anpacken kann. Er ist in der Lage, den richtigen Grundstein für die kommenden Spielzeiten zu legen.

Dabei ist kann es ein Vorteil sein, dass Büskens den Verein ganz genau kennt. Er war ja bereits zwischen 2009 bis 2013 dort Trainer und stieg mit der Mannschaft auf. Deshalb werden die Fürther mit dem Abstieg nichts zu tun haben und in der kommenden Saison wieder oben angreifen.  

Den Abstieg haben andere auf dem Zettel, Aalen, Sandhausen und St. Pauli sind aus meiner Sicht die ersten Anwärter.

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 107 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck seit dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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