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Christian Beeck über 1860 München
1860 München ist 16. in der Zweiten Bundesliga © SPORT1/Getty

SPORT1-Kolumnist Christian Beeck urteilt hart über die Personalpolitik von 1860 München und die Arbeit des geschassten Markus von Ahlen. RB Leipzig sieht er im Aufstiegsrennen als vorerst gescheitert.

Hallo liebe Fußballfreunde,

nun hat 1860 München also doch reagiert, Markus von Ahlen entlassen und ihn durch U-21-Trainer Torsten Fröhling ersetzt.

Zwei Spiele nach der Winterpause den Trainer wegzuschicken, spricht nicht für eine klare Handschrift im Bereich des Cheftrainerpostens. Ich denke, dass die handelnden Personen den Glauben an die Tätigkeit von Markus von Ahlen verloren haben. Es ist somit davon auszugehen, dass er nur eine Ergebnischance und die angestrebte Arbeitsphilosophie keinen Wert hatte.

Dieses Dilemma gibt es nicht nur bei 1860 München. Wir können derzeit sehr schön beobachten, wie kläglich im Personalmanagement von Unternehmen mit zweistelligem Millionenumsatz streckenweise gearbeitet wird.

Die bisher gezeigte Personal-Performance der Münchner steht jedenfalls in keinem Lehrbuch - leider. Ich weiß aber auch nicht, wie genau die Kompetenzen bei den Verantwortlichen verteilt sind, auf jeden Fall funktioniert der Fußball so nicht.

Mich hat in erster Linie die verschobene Wahrnehmung von Markus von Ahlen immer wieder irritiert. Laut seinen Aussagen hat alles immer unheimlich viel Spaß gemacht. Die Mannschaft war intensiv bei ihm und hat sich immer weiter entwickelt. Am Ende steht die Frage im Raum: Was wurde wirklich gemacht?

Für mich sind kritischer Umgang und das Herz auch mal auf der Zunge wichtige Bestandteile, um Mannschaften zu führen. Diese jungen Menschen mit reichlich Geld auf dem Konto brauchen klare Regeln und eine klare Ansprache. Diese wichtigen Führungsthemen, wie man so ein Team zusammenstellt, führt, aufbaut und zu Leistungen bringt, sind bei 1860 München in diesem Jahr für mich komplett schiefgegangen.

Ich wünsche ihnen aber, dass sie nicht absteigen. Wenn es aber doch in die 3. Liga geht, dann haben die Leute, die da im Hintergrund tätig sind - Präsidium, Vorstand, Investoren - nachhaltig nachgewiesen, dass man keine Ahnung von Fußball hat.

Ein weiteres Thema ist RB Leipzig. Dort ist der Trainer bereits gewechselt worden. Die erste Partie unter Achim Beierlorzer verlor RB mit 0:1 beim FSV Frankfurt. Aber nicht nur deshalb und wegen des Acht-Punkte-Rückstands auf Relegationsplatz drei glaube ich, dass sie im Rennen um den Aufstieg keine Rolle mehr spielen werden .

In Leipzig ist in den vergangenen Wochen einfach zu viel Unruhe und negative Wahrnehmung entstanden. Hinzu kommt, dass die Mannschaft zu Beginn der Saison im Prinzip zusammengewürfelt worden ist. Viele gute, neue Spieler müssen sich erst einmal finden. Wenn alle zusammenbleiben und Ralf Rangnick einen Trainer mit der richtigen Konzeption und Ansprache findet, wird es im nächsten Jahr mit Sicherheit klappen.

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 107 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck seit dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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