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Fabio Coltorti rettete Leipzig mit mehreren Paraden das Remis © getty images

Karlsruhe - Der Karlsruher SC beißt sich an Leipzigs Torhüter Coltorti die Zähne aus und verschenkt einen wichtigen Dreier. Der Punkt hilft beiden Teams nicht wirklich weiter. Compper fliegt.

In der Schlussminute hatten viele Karlsruher Fans im Montagsspiel am 24. Spieltag der 2. Bundesliga bereits den Torschrei auf den Lippen. Nach einem Schuss von Ilian Micanski, den Leipzigs Fabio Coltorti aus dem Winkel fischte, kam Rouwen Hennings wenige Meter vor dem Tor an den Ball.

Doch bevor der Stürmer den Karlsruher SC gegen RB Leipzig zum Sieg schießen konnte, schnappte Krake Coltorti erneut zu und spitzelte dem überraschten Rouwen Hennings den Ball vom Fuß weg. "Am Anfang hatte ich eine brenzlige Szene zu überstehen. Als ich einen an den Kopf bekommen habe, war ich wach", sagte der Matchwinner im Anschluss bei SPORT1: "Zum Glück konnte ich in der Szene noch nachhechten und den Ball wegspitzeln."

Kauczinski nicht zufrieden

Der Karlsruher SC verpasste durch das 0:0 in der vor allem in der ersten Halbzeit unterhaltsamen Partie einen wichtigen Schritt in Richtung Aufstieg. Die Gastgeber sind damit weiterhin Vierter (40 Punkte) und konnte keine Punkte auf die Tabellenspitze gutzumachen. (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan)

"Unterm Strich können wir nicht zufrieden sein", sagte KSC-Trainer Markus Kauczinski bei SPORT1: "Wir haben so viele Chancen gehabt. In der ersten Halbzeit haben wir vier, fünf, sechs hochkarätige Möglichkeiten gehabt. Vor allem in den ersten 45 Minuten haben wir ein klasse Spiel gemacht. Am Ende des Spiels haben wir auch nochmal zulegen können."

Allerdings mischen die Badener weiter im Aufstiegsrennen mit. "Uns trennen zwei Punkte vom Aufstiegsplatz. Wir haben heute gezeigt, dass mit uns zu rechnen ist", so Kauczinski.

Compper fliegt

Aber auch den ambitionierten Leipzigern (34) half das fünfte Unentschieden im fünften Montagsspiel nicht. RB spielte nach einer Notbremse von Marvin Compper ab der 37. Minute in Unterzahl.

Der frühere Hoffenheimer holte den aufs Tor zulaufenden Yamada von den Beinen und verhinderte damit eine klare Torchance. 

"Die Entscheidung ist korrekt. Yamada geht durch und wird gestoppt", meinte Leipzigs Trainer Achim Beierlorzer bei SPORT1.

Als Sechster haben die Sachsen bereits acht Punkte Rückstand auf den 1. FC Kaiserslautern auf Relegationsrang drei und müssen ihren Traum vom Aufstieg wohl endgültig begraben. (Datencenter: Tabelle)

Coltorti hält Kopf hin

Vor 17.829 Zuschauern dominierten die Gastgeber die Karlsruher von Beginn an.

Nur mit viel Glück und dank des exzellenten Coltorti hieß es zur Halbzeit noch 0:0. Einen Kopfball von Manuel Gulde währte der Goalie sogar mit dem Gesicht ab. "Fabio ist ein absoluter Top-Torhüter, das hat er heute in mehreren Situationen unter Beweis gestellt", erklärte Beierlorzer.

Karlsruher SC v RB Leipzig  - 2. Bundesliga
Fabio Coltorti fischt einen Freistoß von Valentini aus dem Winkel © Getty Images

Karlsruhe hatte zwar zahlreiche hochkarätige Möglichkeiten, belohnte sich aber nicht für seine zweikampfstarke und laufintensive Leistung. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Wir hatten einige gute Möglichkeiten. Wenn wir davon eine nutzen, gewinnen wir das Spiel. Das ist ärgerlich", sagte Hennings bei SPORT1, der seine letzte Aktion als "falsche Entscheidung" bezeichnete.

Clevere Leipziger

In der zweiten Halbzeit tat sich Karlsruhe, seit nun mehr sechs Auftritten ungeschlagen, gegen dezimierte Gäste schwer.

"Das Spiel war vor allem durch die Rote Karte kompliziert", meinte Coltorti: "Mit ein bisschen Glück hätten wir auch mit 1:0 gewinnen können. Aber wir nehmen den Punkt natürlich mit und werden weiter an uns arbeiten."

RB hielt mit viel Kampf, Zweikampfhärte und einer stabilen Abwehr dagegen - so war von dem munteren Spiel aus den ersten 45 Minuten nicht mehr viel zu sehen.

"Wir haben vor der Pause böse Fehler gemacht", sagte Beierlorzer: "In der zweiten Hälfte standen wir in der Defensive viel stabiler."

Randale im Hotel

Bereits vor dem Spiel hatte ein anonymer Brief für Aufregung gesorgt. In dem Brief wurden die "Fußballfreunde aus Leipzig" vor einer Reise nach Karlsruhe gewarnt.

Zwei Stunden vor Anpfiff der Partie kam es zu einem weiteren Zwischenfall, bei dem etwa 20 Krawallmacher das Teamhotel der Gäste belagert hatten.

RB-Sportdirektor Ralf Rangnick berichtete im Interview mit SPORT1, die "völlig Wahnsinnigen" hätten das Hotel in Herxheim gestürmt und vorübergehend den Speisesaal besetzt.

"Gott sei dank waren die Spieler zu dieser Zeit auf den Zimmern", sagte Rangnick: "Der Hotelier hat die Polizei gerufen. Unter Absingen übelster Lieder und Stinkefingerzeigen haben sie dann das Hotel wieder verlassen."

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