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Christian Beeck-SPORT1-Kolumne-Taskin Aksoy-Fortuna Düsseldorf
SPORT1-Experte Christian Beeck (l.) bezweifelt trotz der positiven Entwicklung von Fortuna Düsseldorf, dass Taskin Aksoy der richtige Trainer für die Bundesliga-Pläne ist © SPORT1/Getty Images

SPORT1-Experte Christian Beeck bezweifelt, dass Taskin Aksoy der richtige Trainer für die Bundesliga-Pläne der Fortuna ist. Zudem fordert er für Geldstrafen für Schauspieler.

Hallo Zweitliga-Freunde,

Fortuna Düsseldorf hat am Wochenende mit Interimstrainer Taskin Aksoy gegen Darmstadt 98 gewonnen. Die Entwicklung unter Aksoy ist positiv, aber das hat bei der Fortuna nicht unbedingt etwas zu bedeuten. Das hat man bei Oliver Reck sehr gut sehen können. Mitte Dezember war er der perfekte Trainer, zwei Monate später nicht der Richtige. So schnell kann sich die Meinung in Düsseldorf drehen.

Als Außenstehender wünsche ich natürlich jedem, der im Fußball tätig ist, dass er seinen Job behält und eine Chance bekommt. Taskin war ja auch in Berlin tätig, ich habe noch gegen ihn gespielt. Auch deshalb hoffe ich für Ihn, dass er sich auf dem Karussell mit den wenigen Menschen halten kann, die in unseren Bundesligen als Trainer arbeiten dürfen.

Fortuna Duesseldorf v VfL Bochum  Taskin Aksoy
Taskin Aksoy trat bei Fortuna Düsseldorf die Nachfolge von Oliver Reck als Cheftrainer an © Getty Images

Bis dahin wird es ein sehr langer Weg. Die Zielplanungen von Fortuna Düsseldorf werden sicherlich die Bundesliga beinhalten. In dieser Stadt, mit dieser Tradition und dem Stadion kann es nichts anderes geben. Und ob Taskin Aksoy da der richtige Trainer ist, ist schwer vorstellbar. Das müssen die Verantwortlichen vor Ort beurteilen und richtig entscheiden.

Meine Meinung ist nach wie vor, dass diverse handelnde Gremien in unseren Bundesligen Entscheidungen treffen, die dem Fußballgeschäft nicht guttun. Der Grund ist relativ klar: Sie haben zu den komplexen Anforderungen im Personalmanagement keinen Plan.

Die wichtigste Position in einem Fußballverein ist immer der Trainer. Auf dieser Position muss man Kontinuität haben, einige Vereine machen das vor. Vor allem die, die klare, unaufgeregte Strukturen mit hoher Qualität in ihren täglichen Prozessen besitzen. Wenn die Fortuna jetzt schon wieder den Trainer wechselt, wäre es bereits der vierte in den letzten zwei Jahren. Das sagt dann alles.

Der Aufstiegszug ist für die Düsseldorfer allerdings noch nicht abgefahren. Derzeit sind es sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Solange die Mannschaft noch eine theoretische Chance auf den Aufstieg hat, sollte sie versuchen, diese zu nutzen.

Ganz eng wird es hingegen im Tabellenkeller nach dem Abzug von zwei Punkten für den VfR Aalen. Aalen, Aue und St. Pauli sind nun punktgleich, der Punktabzug hilft vor allem 1860 München. (Tabelle der 2. Bundesliga)

Aalens Spieler wird das letztlich kaum beeinflussen dürfen. Wenn so etwas kommt, ist man zunächst geschockt. Auf der anderen Seite besinnt man sich relativ schnell auf den Job. Die Spieler sind schließlich darauf trainiert, mit Negativsituationen positiv umzugehen. Hinzu kommt, dass es um gut bezahlte Arbeitsplätze in der 2. Bundesliga geht, da geht das Laufen manchmal schneller als gedacht.

Zum Abschluss noch ein paar Gedanken zur Schwalbe von Frankfurts Vincenzo Grifo. Es hat sich anscheinend eingebürgert, dass der eine oder andere sich durch Schauspielerei immer noch einen Vorteil erschleicht. Selbst die umfangreichste TV-Übertragung kann einige nicht abhalten.

Aus meiner Sicht sollte man die Dreifachbestrafung für Notbremsen im Strafraum abschaffen und stattdessen diese Schauspieler vom Platz stellen, drei Spiele sperren und am besten noch eine Geldstrafe zu Gunsten karitativer Zwecke verhängen.

Anschließend wäre ich sehr gespannt, wer sich zu Schwalben überreden lässt. Denn das ist Betrug am ganzen Sport und seinen Fans.

Bis zum nächsten Mal,
Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck regelmäßig das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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