SPORT1-Experte Christian Beeck warnt St. Pauli nach dem Sieg gegen Düsseldorf in seiner Kolumne vor falschen Schlüssen. Der Abstiegskampf sei noch nicht beendet - auch nicht für Greuther Fürth.

Hallo Zweitliga-Freunde,

Totgesagte leben länger. Das hat St. Pauli mit dem Sieg gegen Fortuna Düsseldorf eindrucksvoll bewiesen.

Vor allem war deutlich zu beobachten, was so ein Spiel ausmachen kann. Plötzlich ist die Euphorie wieder entfacht. So ein Verein wie St. Pauli muss einfach in der Zweiten Liga bleiben.

Schaut man auf die Qualität der Spieler, gehören sie da unten eigentlich auch gar nicht hin. Sie haben es aber zuletzt nicht geschafft, das Ganze über einen längeren Zeitraum gemeinschaftlich abzurufen, weil ihnen die Leichtigkeit abhanden gekommen ist.

Die Mannschaft wirkte verkrampft und hat als Einheit nicht funktioniert. Vielleicht kommt das nach dem 4:0 gegen Düsseldorf wieder zurück.

Man darf aber nicht den Fehler machen und den Erfolg überbewerten. Ein Spiel revidiert nicht das, was in den Wochen und Monaten zuvor nicht funktioniert hat. Man muss knallhart weiter arbeiten und beweisen, dass das keine Eintagsfliege war.

Denn die Klasse ist noch längst nicht gesichert. Es bleibt eng da unten. (DATENCENTER: Tabelle)

Auch Erzgebirge Aue ist nach dem Sieg in München noch längst nicht abzuschreiben. Der Klub lebt Abstiegskampf.

Am Ende des Tages wissen dort alle, worum es geht und wie sie mit dem Druck umzugehen haben. Denn Spieler, die für Aue auflaufen, haben fast immer gegen den Abstieg gespielt und ums Überleben gekämpft.

Präsident Helge Leonhardt sagt es ja immer wieder: 'Reden bringt nichts. Es ist wichtig, dass wir die Kiste treffen und jeder das macht, was er in dieser Situation machen muss.' Das haben sie gegen 1860 geschafft.

Die Löwen dagegen haben genau das gemacht, was man nicht machen sollte. Sie waren nicht voll bei der Sache und konnten nicht das abrufen, was sie eigentlich können.

Das heißt zwar noch lange nicht, dass Aue die Klasse hält und Sechzig nicht. Aber solche Endspiele wird es in den kommenden Wochen häufiger geben. Da kommt es darauf ein, jede Woche seine komplette Leistung abzurufen.

Für mich ist auch Greuther Fürth mit 29 Punkten noch nicht gerettet. Als Nächstes müssen sie beim FSV Frankfurt ran, da spielt niemand gerne. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Für die Mannschaft ist es eine ganz, ganz schwierige Situation, weil sie sich seit Wochen in einem Abwärtsstrudel befindet. Auch der Trainer-Wechsel von Frank Kramer zu Mike Büskens zeigt nicht die erhoffte Wirkung. Das Team scheint grundsätzlich nicht zu funktionieren.

Ähnlich spannend bleibt es im Kampf um den Aufstieg. Der FC Ingolstadt hat sich mittlerweile gefangen und dürfte sich das Ticket für die Bundesliga wohl nicht mehr nehmen lassen.

Dahinter bleibt es aber offen. Kaiserslautern, Darmstadt und Karlsruhe werden die Plätze zwei bis vier unter sich ausmachen. Selbst die Braunschweiger haben bei sieben Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz noch die Chance. Voraussetzung dafür ist aber, dass sie eine Serie hinlegen.

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck seit dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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