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Christian Beeck nimmt in seiner Kolumne Fortuna Düsseldorf unter die Lupe
Christian Beeck nimmt in seiner SPORT1-Kolumne regelmäßig das Geschehen in der Zweiten Liga unter die Lupe © SPORT1/getty

SPORT1-Experte Christian Beeck sieht in Frank Kramer eine gute Wahl für Düsseldorf. Der neue Trainer allein könne die Fortuna aber nicht nach vorne bringen.

Hallo Zweitliga-Freunde,

Frank Kramer wird ab der kommenden Saison Trainer von Fortuna Düsseldorf. Zum Verein passt er mit Sicherheit. Viel wichtiger ist aber, ob er zu den Spielern passt, die dort arbeiten und auf dem Platz stehen.

Das Konzept Kramers muss den Vorstellungen der Düsseldorfer Verantwortlichen zugesagt haben. Er ist zwar nicht der erfahrenste Trainer - aber meiner Meinung nach ein richtig guter. 

Er hat schon bei Fürth in der ersten Liga gute Inhalte geboten. Der 42-Jährige steht für Attribute wie Innovation und Kommunikation. Außerdem kennzeichnet ihn eine starke Reflexion. Er hinterfragt wichtige Sachverhalte und beschäftigt sich intensiv mit Lösungsmöglichkeiten. 

Ob der von der Fortuna angestrebte Aufstieg in die Bundesliga in der nächsten Saison dadurch gelingt, kommt aber auf die Zusammenstellung der Mannschaft an.

Mit dem Team, über das die Fortuna derzeitig verfügt, wird es auf keinen Fall etwas mit dem Aufstieg. Dazu reicht die Qualität einfach nicht aus. Nachhaltigen, konzentrierteren Fußball abzuliefern, bedarf Verstärkungen in allen Bereichen vom Torwart bis zum Sturm. Ich denke, die Verantwortlichen wissen, was sie tun müssen und werden eine schlagfertige Mannschaft präsentieren. 

Am Montag profitierte Kramers zukünftiger Verein von einer Fehlentscheidung von Schiedsrichter Deniz Aytekin. Auch bei Union gegen Aalen gab es Fehlentscheidungen.

Was sich einige Schiedsrichter momentan erlauben, ist grenzwertig. Schiedsrichter wie Aytekin oder Bibiana Steinhaus haben eigentlich genug Erfahrung und den notwendigen Blick für die entscheidenden Situationen. 

Man kann also von solchen Schiedsrichtern in der entscheidenden Phase der Saison erwarten, dass sie sich konzentrieren und leichte, vermeidbare Fehler nicht passieren. Es wurde eine entsprechende Ausbildung zur Verfügung gestellt und nun muss abgeliefert werden.

Den Vereinen ist es nicht zuzumuten, dass diese Fehler Saisonverläufe entscheiden. Erwähnen möchte ich auch, dass dieser Job mittlerweile sehr gut bezahlt ist und die Erwartungshaltung auch in diesem Zusammenhang erlaubt ist. 

Die Verantwortlichen im Schiedsrichterwesen sollten sich aus meiner Sicht mit diesem Thema transparenter auseinandersetzen. Es ist im Grunde nie etwas zu hören, sie gehen nach Vorfällen zur Tagesordnung über und arbeiten sie intern ab.

Dafür, dass die Fehler vom vergangenen Wochenende Ergebnisse beeinflusst haben, hätte man durchaus eine Meinung öffentlich darstellen können. Gar nichts zu sagen ist für mich eine sehr schwache Leistung und am Ende ein wenig respektlos und arrogant. 

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck seit dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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