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Greuther Fürth muss um den Klassenerhalt in der Zweiten Liga bangen © Sport1/Getty Images

Hallo Zweitliga-Freunde,

das, was wir in diesen Tagen erleben, ist völlig typisch für die Zweite Liga. Plötzlich gewinnen alle Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Aalen, Aue, St. Pauli, 1860. Es ist wie ein Reflex: Wenn eine Mannschaft gewinnen muss, gewinnt sie auf einmal.

Uns steht nun ein packendes Saisonfinale bevor, fünf ganz spannende Spiele – eine Prognose ist da überhaupt nicht möglich! In dieser Phase ist der Kopf unheimlich entscheidend, dort muss man als Spieler frisch sein. Für Greuther Fürth und 1860 München ist die Situation noch einmal prekärer, weil sie den Abstiegskampf in der Zweiten Liga nicht gewohnt sind.

Fürth kann es nach dem Unentschieden gegen Union Berlin in dieser Saison erwischen. Einen Trainer-Effekt gab es nach der Verpflichtung von Mike Büskens nicht ansatzweise, es wurde eher noch schlechter. Der Grund ist simpel: Die Mannschaft hat nicht mehr Qualität, als gegen den Abstieg zu spielen. Die Spieler sind in dieser Zusammenstellung einfach nicht besser.

Die gleiche Situation stellt sich in Nürnberg dar. Platz 13 spiegelt nur die Leistungsfähigkeit der Mannschaft wider. Mit dem Abstieg wird der Club allerdings nichts zu tun haben, da gibt es dann doch noch einen Unterschied. 

Werfen wir einen Blick nach oben. Da scheinen die Top-Klubs derzeit eine kurze Auszeit zu nehmen. Die Ausnahme bildet der FC Ingolstadt. Acht Punkte beträgt der Vorsprung auf Platz drei. Wenn der FCI nun den Aufstieg nicht schafft, hat er es auch nicht verdient.

Bei den Schanzern stimmt die Mischung im Team. Dort gibt es keine Spieler, die völlig herausragen. Dort ist etwa Marvin Matip Abwehrchef, der dies auch schon vor vier Jahren im Abstiegskampf war. Die Verantwortlichen um Trainer Ralph Hasenhüttl und Sportdirektor Thomas Linke machen einen völlig unaufgeregten und hochwertigen Job.

Fest steht jedoch, dass der Kader deutlich verbessert werden muss, wenn er in der Ersten Liga bestehen wollen. Die Traditionalisten werden an die Decke gehen, wenn Audi dann investieren wird.

Das bringt uns zu RB Leipzig, das den Aufstieg nach dem Remis in Kaiserslautern wohl nicht mehr schaffen wird. Die Gründe? Nicht genügend Ruhe in der Lizenzspielerabteilung und der Trubel um Trainer Zorniger, der Punkte gekostet und falsche Entscheidungen auf dem Platz ausgelöst hat. Sonst passt dort alles, auch ohne Tradition. Für die kommende Saison sind die Leipziger somit ein ganz heißer Anwärter für den Sprung in die Bundesliga.

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck seit dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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