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Tobias Kempe bejubelt seinen dritten Saisontreffer
Tobias Kempe bejubelt seinen dritten Saisontreffer © Getty Images

Karlsruhe - Die Lilien setzen sich in einem intensiven Spitzenspiel beim Karlsruher SC dank eines "Weltklasse-Konters" durch und erobern einen direkten Aufstiegsplatz.

Der SV Darmstadt 98 darf mehr denn je vom Durchmarsch in die Bundesliga träumen. Die Lilien gewannen das Topspiel beim direkten Verfolger Karlsruher SC verdient mit 1:0 (0:0) und stehen somit erstmals seit Mitte März wieder auf dem zweiten Tabellenplatz.

Trainer Dirk Schuster trat angesichts des Restprogramms mit Spielen gegen die abstiegsgefährdete SpVgg Greuther Fürth und den FC St. Pauli trotzdem auf die Euphoriebremse: "Wir haben eine gute Ausgangsposition, mehr aber auch nicht. Wir haben noch zwei schwere Aufgaben vor der Brust", sagte der 47-Jährige bei SPORT1.

Tobias Kempe (66.) erzielte vor 27.467 Zuschauern im ausverkauften Wildparkstadion nach toller Vorarbeit von Marcel Heller das umjubelte Siegtor (Das Tor zum Nachhören auf SPORT1.fm). "Ich glaube, heute hat die Mentalität die größere Qualität geschlagen. Hier zu gewinnen ist schon ein Meilenstein, einfach überragend", erklärte der Torschütze.

Darmstadt klettert - Karlsruhe hadert

Zwei Spieltage vor Schluss liegt Aufsteiger Darmstadt mit nun 56 Punkten wieder vor dem 1. FC Kaiserslautern (54), der KSC (52) bleibt Vierter. Die Lilien hatten zuletzt 1982 in der Bundesliga gespielt und erst 2011 die viertklassige Regionalliga verlassen.

Bei den Badenern herrschte ob der zweiten Niederlage in Folge derweil Katerstimmung. "Das Spiel wurde in wenigen Aktionen entschieden, in denen Darmstadt einfach etwas reifer war", meinte KSC-Coach Markus Kauczinski. "Wir haben gerade in der Schlussphase zwar noch einmal vier, fünf gute Möglichkeiten gehabt, aber es hat heute eben auch das nötige Quäntchen Spielglück gefehlt, um den Ausgleich noch zu erzielen."

Der erkennbar geknickte Toptorjäger Rouwen Hennings ergänzte: "Die Enttäuschung ist riesengroß. Wir haben eine große Chance verpasst und müssen nun schauen, dass wir das Ding in den nächsten Wochen noch umbiegen."

Intensives Spitzenspiel

Das mit Spannung erwartete "Spiel um Platz zwei" begann furios: Schon in der fünften Minute hatte Daniel Gordon die große Chance zur KSC-Führung, sein wuchtiger Kopfball aus sieben Metern landete aber an der Latte.

Danach zogen sich beide Teams weit zurück, die Partie wurde immer intensiver und ruppiger, Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte alle Hände voll zu tun (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Darmstadts Trainer Schuster sah bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte erst kurz vor der Pause gefährliche Versuche seiner Mannschaft. Marco Sailer zwang KSC-Schlussmann Dirk Orlishausen zu einer Glanzparade (43.), kurz darauf zielte Hanno Behrens (45.) knapp vorbei (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel).

Heller mit "Weltklasse-Vorarbeit"

Auch im zweiten Durchgang gab es zunächst kaum Strafraumszenen, ehe die Hessen nach und nach Oberhand gewannen und schließlich belohnt wurden.

Nach einem Eckball für den KSC startete der flinke Heller über die linke Seite einen spektakulären Konter, seine flache Hereingabe nutzte der mitgelaufene Kempe zu seinem dritten Saisontor.

Vorbereiter Heller erntete nach dem Schlusspfiff ein Sonderlob: "Das war überragend gemacht. Marcel geht über 60 Meter und ist mit dem Ball immer noch schneller als der Gegner ohne. Und dann noch das Auge für den Mitspieler zu haben - das war schon eine Weltklasse-Aktion von ihm", schwärmte Trainer Schuster.

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