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Karlsruher SC v 1860 Muenchen  - 2. Bundesliga
Rouwen Hennings spielt seit 2012 für den Karlsruher SC © Getty Images

München - Der KSC hofft vor der Relegation gegen den HSV auf den angeschlagenen Rouwen Hennings. Der könnte bei seiner Rückkehr in die alte Heimat seine Jugendliebe in den Abgrund schießen.

Da war er wieder. Mit dem Zug fuhr Rouwen Hennings am Mittwochabend in Hamburg ein.

In der Stadt, in der er insgesamt zwölf Jahre lang Fußball spielte. In der er den Grundstein seiner Profi-Karriere legte.

"Ich musste das doch genießen", sagt der Stürmer des Karlsruher SC über den Moment, in dem er gemeinsam mit seinen Teamkollegen die alte Heimat betrat.

Allzu viel Zeit, sentimental zu werden, bleibt Hennings allerdings nicht.

Heimkehrer droht auszufallen

Wenn er mit dem KSC am Abend (ab 20 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) zum Hinspiel der Bundesliga-Relegation beim Hamburger SV antritt, zählt für den 27-Jährigen einzig das Hier und Jetzt.

Und allein das dürfte ihm schon genügend Kopfzerbrechen bereiten. Noch ist nämlich gar nicht sicher, ob Hennings an seiner alten Wirkungsstätte überhaupt mitmischen kann.

Ein Bluterguss im rechten Sprunggelenk, den er sich beim 2:0 im letzten regulären Saisonspiel gegen 1860 München am Sonntag zugezogen hat, könnte den Torjäger ausbremsen.

Sein Trainer Markus Kauczinski beziffert Hennings' Einsatzchancen auf gerade mal 50 Prozent.

Torjäger und Identifikationsfigur

Sollte er tatsächlich ausfallen, wäre das ein herber Verlust für die Karlsruher.

Nicht nur wegen seiner 17 Treffer, mit denen Hennings in der abgelaufenen Spielzeit zum besten Torschützen der gesamten Zweiten Liga wurde, sondern auch wegen seiner körperlichen und mentalen Präsenz.

Großer Einsatz und große Laufbereitschaft prägen seit jeher das Spiel des Angreifers.

Mit kaum einem ihrer Akteure identifizieren sich die Fans des KSC aktuell so wie mit Hennings. 

Einstiger HSV-Fan fühlt mit seinem Ex-Klub

Vom rein emotionalen Aspekt, dass er ausgerechnet sein persönliches Spiel des Jahres verpassen könnte, mal ganz abgesehen.

"Ich war ein richtiger HSV-Fan als Kind", sagte Hennings dem Nachrichtenportal shz.de. Und: Sollte das Bundesliga-Gründungsmitglied nach dem Rückspiel am kommenden Montag womöglich erstmals absteigen, "würde ich es für den Verein an sich einfach schade finden".

Immerhin war Hennings schon im zarten Alter von 13 Jahren vom heimischen VfL Bad Oldesloe ins knapp 50 Kilometer entfernte Hamburg gewechselt, um sich beim HSV früher oder später seinen Bundesliga-Traum zu erfüllen.

Über Umwege in die Bundesliga

Doch daraus wurde nichts.

Nach sechs Jahren in der Jugend und Reserve der Rothosen wurde Hennings 2007 an den VfL Osnabrück und ein Jahr später an den FC St. Pauli verliehen - wo er 2010 dann endlich den langersehnten Sprung ins Oberhaus schaffte.

Genau den visiert Hennings nun auch mit dem KSC an - aller Liebe zur alten Heimat zum Trotz.

"Die Lage, in der sich der HSV befindet, ist nicht mein Verschulden", stellt er klar und betont: "Ich werde alles für meine Mannschaft und den KSC geben."

Sofern es sein lädierter rechter Fuß denn zulässt.

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