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Christian Beeck glaubt an den Durchmarsch des SV Darmstadt 98 © SPORT1

Für SPORT1-Experte Christian Beeck haben die Lilien im Saisonendspurt alle Trümpfe in der Hand. Im Kampf um den Klassenerhalt gehe es dagegen drunter und drüber.

Hallo Zweitliga-Freunde,

unten gewinnen auf einmal alle Teams, oben dagegen bekommen viele das Flattern. Das zeigt: Die Liga ist in diesem Jahr sehr ausgeglichen. Ich kann mich nicht erinnern, dass der Auf- und Abstiegskampf in der Vergangenheit so eng war. Für die Zuschauer ist das super! Für mich als Experten macht es die Prognosen dagegen umso schwerer.

Trotzdem gebe ich auch in dieser Woche wieder einen Tipp ab: Darmstadt schafft hinter Ingolstadt den direkten Aufstieg - da lege ich mich nach dem hart erkämpften 1:0-Sieg der Lilien in Karlsruhe fest.

Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie topfit ist - körperlich wie mental. Die Darmstädter haben mit einer gesunden Aggressivität und hoher Laufbereitschaft überzeugt. Der KSC konnte da nicht mithalten.

Dazu hat die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster einmal mehr taktische Disziplin bewiesen. Hinten kompakt stehen und schnell kontern - das zeichnet die Hessen schon die ganze Saison über aus. Schuster liefert dort richtig gute Arbeit ab.

Wenn dann ein Spieler so ein Sensationssolo hinlegt wie Marcel Heller (in Vorarbeit für den Siegtorschützen Tobias Kempe; Anm. d. Red.), merkt man, dass wirklich alles funktioniert. Ich sage: Dieses wunderschöne Tor ist ausschlaggebend für den Aufstieg (Das Tor zum Nachhören auf SPORT1.fm).

Dennoch muss man abwarten, wie Darmstadt jetzt mit der Situation umgeht. Mit Fürth und St. Pauli warten noch zwei Teams aus dem Tabellenkeller, die für Darmstadt eher schwerer zu spielen sind als Karlsruhe oder Kaiserslautern. Sie müssen dann selber das Spiel machen.

Aber der Lauf spricht, gerade im Vergleich mit dem FCK und KSC, für sie. Sie haben zuletzt die meiste Kraft und Ausdauer gezeigt - und deshalb machen sie das Rennen.

Kommt es so, dann sehen wir in der nächsten Saison mit Ingolstadt und Darmstadt zwei Vereine in der Bundesliga, die aus einem eher kleinen Umfeld kommen und deren Stadionkapazität entsprechend nicht so groß ist. Trotzdem: Sie haben es sich sportlich verdient.

Noch kurz zum Tabellenkeller: Die Ergebnisse dort sind so verrückt, da ist ein Tipp für mich nicht möglich. Aus Sympathie drücke ich Aue die Daumen. Zuletzt haben sie gut ausgesehen.

Sandhausen hat wegen eines Lizenzverstoßes Punkte abgezogen bekommen, wird die Klasse aber trotzdem halten. Generell ist es gut, dass die DFL auf Regeleinhaltung achtet.

In der Bundesliga geht es unten ja ähnlich knapp zu - und gleich mehrere Traditionsteams kämpfen, wie in Liga zwei mit 1860 und St. Pauli, um den Klassenerhalt. Die großen Namen werden der Zweiten Liga in jedem Fall nicht ausgehen. Vielleicht kommen schon bald der Hamburger SV und der VfB Stuttgart dazu.

Verrückte Fußballwelt! Der Zuschauerrekord wäre wohl schnell geknackt, die Liga so attraktiv wie nie. Ich hätte nichts dagegen. Man stelle sich vor: Uwe Seeler berichtet in der Zweiten Liga vom "Dino" HSV. Eine Vorstellung, an die ich mich gewöhnen könnte.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck seit dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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