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SPORT1-Experte Christian Beeck und 1860 München
SPORT1-Experte Christian Beeck: "1860 ist mit der aktuellen Situation völlig überfordert." © SPORT1/Getty Images

In seiner SPORT1-Kolumne kritisiert Christian Beeck die Personalplanung bei 1860 und lobt Aue als Gegenbeispiel. Oben erwartet er eine Trotzreaktion beim KSC.

Hallo Zweitliga-Freunde,

noch drei Spiele. Das Rennen oben und unten ist richtig eng. Nerven, Moral und Teamgeist spielen jetzt eine wichtige Rolle.

Zu denken gegeben hat mir einmal mehr der Auftritt des TSV 1860 München beim 0:3 gegen Union Berlin. Diese Mannschaft ist mit der aktuellen Situation weiterhin völlig überfordert. Die Führungsspieler fehlen, der Mix stimmt nicht – und selbst den Kampfeswillen vermisse ich.

Ein Beispiel: Kapitän Daniel Adlung ist zweifellos ein guter Fußballer mit herausragenden technischen Fähigkeiten, aber ist er ein Leader im Abstiegskampf, der ein Team zum bedingslosen Einsatz führen kann? Bisher nicht!

Ähnliches gilt auch für viele andere Spieler. Bei der Zusammenstellung des Teams haben die Verantwortlichen vor der Saison intensiv danebengelegen. Die meisten Spieler, die geholt wurden, haben vorher schon anderenorts nicht richtig funktioniert.

Im Sommer ist vieles schief gelaufen, aber auch unter der Saison: Die Trainerwechsel haben keine Wirkung entfacht. Dazu hat man mit Gabor Kiraly eine erfahrene Führungsfigur weggeschickt. Ich erinnere nur daran, dass 1860 unter Ricardo Moniz zu Beginn der Saison das Ziel Zweitliga-Meisterschaft ausgegeben hat. Anspruch und Realität liegen meilenweit auseinander. Kurz: Vom Personalmanagement bis zum Tabellenplatz momentan Note 6!

Wobei ich ganz klar betonen möchte, dass ich einem Traditionsverein wie 1860 den Abstieg nicht wünsche! Aber: An den Klassenerhalt zu glauben, fällt mir richtig schwer.

Das Gegenbeispiel dazu ist Erzgebirge Aue. Dort ziehen alle an einem Strang, die Mannschaft kämpft und gibt sich nicht auf – für Aue, für die Region, für den Verein. Das gefällt mir! Ein Sieg gegen Karlsruhe war zuletzt der Lohn.

Womit wir beim Aufstiegskampf angelangt sind.  Da geht es wild durcheinander, die Nerven spielen eine große Rolle. Kaiserslautern, Darmstadt, Karlsruhe und Braunschweig kämpfen um die zwei Plätze hinter Ingolstadt. Selbst der Tabellenführer hatte zuletzt nicht die Leichtigkeit, die man von ihm kennt. Aber spätestens im nächsten Heimspiel am 33. Spieltag machen die Oberbayern den Sack zu.

Auch Kaiserslautern sehe ich trotz der Niederlage in Darmstadt auf Kurs Bundesliga. Platz zwei wird am Ende rausspringen. Im direkten Duell um Platz drei werden zwischen Karlsruhe und Darmstadt im Spitzenspiel am Montag die Weichen gestellt. Eine knappe Kiste: Ich tippe auf den KSC!

Für Darmstadt wäre der Aufstieg natürlich ein umso größerer Erfolg. Zwei Aufstiege hintereinander - wer wünscht sich das nicht! Bedenken, dass das den Verein überfordern könnte, habe ich nicht. Also: Feuer frei, durchmarschieren, alles geben - für ein spannendes Saisonfinale!

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck seit dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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