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Torsten Fröhling folgte auf Markus von Ahlen als Coach von 1860 München

München - Vor dem ersten Relegationsspiel zwischen Holstein Kiel und 1860 München spricht "Löwen"-Trainer Torsten Fröhling bei SPORT1 über die angespannte Situation.

Wird es für den TSV 1860 München für längere Zeit die letzte Auswärtsfahrt als Zweitligist? Am Mittwochmorgen bestiegen Torsten Fröhling und seine "Löwen" den Flieger nach Hamburg.

Für den Trainer der Sechziger und den ganzen Tross hieß es nur noch: Bloß raus aus der Schusslinie, bloß weg aus München. Der Grund liegt auf der Hand. Zuletzt wurde das Klima am Trainingsgelände immer ungemütlicher.

Hinter jeder Ecke lauerte eine neue fiese Frage. So entschlossen sich Fröhling und die Verantwortlichen einen Tag früher als geplant Richtung Norden aufzubrechen, um sich konzentriert auf das Hinspiel in der Relegation am Freitag bei Holstein Kiel (ab 20 Uhr im LIVETICKER und SPORT1.fm) vorzubereiten.

Reise in die Vergangenheit

"Die Medienlandschaft in München ist sehr groß und wir wollten einfach in Ruhe arbeiten und uns auf das erste Spiel fokussieren", sagt Fröhling im Gespräch mit SPORT1.

"Eigentlich habe ich Trainingslager immer abgelehnt, jetzt war die Unruhe daheim aber einfach zu groß."

Für den "Löwen"-Coach ist es eine Reise in die Vergangenheit. In der Saison 2009/10 übernahm der 48-Jährige das Traineramt der U23 in Kiel. Vom 16. September bis 4. Oktober 2009 war er als Nachfolger des beurlaubten Cheftrainers Falko Götz Interimstrainer der ersten Mannschaft.  

Entscheidende Tage für 1860

Es sind entscheidende Tage für Fröhling und den gesamten Klub, wenn nicht die wichtigsten der Vereinsgeschichte. Für die Sechziger geht es am Freitag um das nackte Überleben. Es geht darum, eine gute Basis für das Rückspiel am Dienstag in der Allianz Arena zu schaffen.

Fröhling ist hoffnungsvoll: "Ich bin seit Dienstag wieder kämpferisch und auch ziemlich zuversichtlich, dass wir diese zwei Chancen, die wir jetzt bekommen, nochmal nutzen."

Prügelei im Training

Die Nerven lagen jedoch nach der 0:2-Niederlage beim Karlsruher SC blank. Anfang der Woche gab es eine Prügelei im Training zwischen Ersatz-Torwart Stefan Ortega und Stürmer Rodri. Fröhling wollte diesen äußerst unpassenden Vorfall aber nicht zu hoch hängen.

"Wo gibt es keinen Ärger? Wir haben ein ganz schweres Jahr hinter uns, was wir natürlich auch selbst zu verantworten haben, aber was die Jungs im Endeffekt ausbaden müssen", sagt der 48-Jährige und fügt hinzu: "Bei 25, 26 Leuten gibt es auch mal Aggressionen, zumal das Spiel in Karlsruhe nicht gut war."

"Irgendwann muss es mal raus" 

Und weiter: "Irgendwann muss es auch mal raus, ich hoffe, dass es mitgenommen wird in das Spiel am Freitag, natürlich ohne Rote Karten."

Der Coach hat den Fokus schnell auf Kiel gerichtet. "Ich habe natürlich mit den beiden Spielern gesprochen und ihnen gesagt, dass das nicht okay war. Sie wissen, dass das nicht in diese Situation reinpasste, aber es sind junge Menschen."

Fröhling, der als Malocher gilt und in den drei Monaten als Cheftrainer der "Löwen" im Umfeld ankam, kann sich mit dem Klassenerhalt unsterblich machen.

Ernst der Lage

Und er glaubt an seine Mannschaft. "Die Jungs haben den Ernst der Lage absolut begriffen, sonst hätten sie nicht Spiele abgeliefert, wo sie bis ans Ende ihrer Kräfte gegangen sind wie gegen Bochum oder gegen Nürnberg. Es gab ja auch ordentliche Spiele."

Schafft er es nochmal seine Spieler für den finalen Showdown in Form zu kriegen? "Wir liegen nicht am Boden. Es ist ein Ergebnissport", so Fröhling.

Vor dem Gegner hat Fröhling Respekt, zeigt sich aber auch selbstbewusst: "Ich kenne Holstein Kiel, habe dort gearbeitet, das ist ein gut geführter Verein, der sich das langfristig erarbeitet hat. Uns erwartet da ein starker Gegner. Wir müssen aber zeigen, dass wir Zweite Liga sind und diese verkorkste Saison positiv beenden wollen."

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