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Die Löwen sehen nach einem Kieler Treffer in der ersten Halbzeit schon wie ein Absteiger aus. Adlungs Treffer bringt neue Hoffnung, nach Bülows spätem Tor brechen alle Dämme.

1860 München hat bei seinem "Finale dahoam" den Absturz in die Drittklassigkeit gerade noch abwenden können.

Der krisengeplagte Zweitligist gewann das Relegations-Rückspiel gegen Drittligist Holstein Kiel mit Ach und Krach und dank Kai Bülow 2:1 (0:1) und verhinderte nach dem 0:0 im Hinspiel die schlimmsten Folgen. Bei einem Abstieg wäre sogar die Insolvenz des Traditionsvereins möglich gewesen.

"Wir leben! Die Mannschaft lebt! Was die Mannschaft geleistet hat, das ist nicht in Worte zu fassen", sagte Christoph Schindler dem BR: "Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Das einzige Ziel war Klassenerhalt, das haben wir geschafft."

Rafael Kazior brachte den Drittliga-Dritten Kiel in einer kampfbetonten, spielerisch aber sehr mäßigen Partie in der 16. Minute in Führung. Die Löwen konnten das Ruder durch die späten Treffer von Daniel Adlung (78.) und Bülow (90.+1) aber gerade noch rumreißen. (Statistik des Spiels)

Nach Abpfiff glich das Stadion einem Tollhaus. Die Spieler feierten und tanzten auf dem Rasen, die Zuschauer lagen sich in den Armen. Derweil saß Trainer Torsten Fröhling minutenlang wie versteinert auf der Bank und beobachtete die Party mit Tränen in den Augen.

"Ich freue mich für die ganze Mannschaft. Das war jetzt ein ganz schlechtes Jahr für uns. Wir haben für die Zuschauer, die uns so getragen haben, das Minimalziel erreicht, dass wir nicht abgestiegen sind", sagte Fröhling im "NDR".

Kiels Trainer Karsten Neitzel sprach von einer "extrem bitteren" Niederlage: "Die Mannschaft hat eine tolle Saison gespielt, die Mannschaft hat eine tolle Relegation gespielt."

Offene Fragen bei 1860

Für die Zweite Liga haben die Sechziger die Lizenz ohne Auflagen erhalten. Dennoch sind noch einige Fragen offen. Trainer Torsten Fröhling hat auf jeden Fall Argumente gesammelt, dass sein Vertrag verlängert wird. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Kiel verpasste dagegen die große Chance, erstmals nach 34 Jahren wieder zweitklassig zu werden.

Vor der für Kiel völlig ungewohnten Kulisse von 57.000 Zuschauern in der Allianz Arena waren die Münchner zwar bemüht, Druck aufzubauen. Bereits in der 2. Minute prüfte Valdet Rama Gäste-Keeper Kenneth Kronholm mit einem Weitschuss. Danach konnte sich Kiel aber mehr und mehr befreien.

Kazior erzielt die Führung

Nach einem Eckball von Tim Siedschlag staubte Kazior in seinem letzten Spiel für Kiel am langen Pfosten völlig freistehend zum frühen 0:1 ab.

Der Treffer zeigte erheblich Wirkung. 1860 schaffte es bis zur Pause nicht mehr, konstruktiv nach vorne zu spielen. Die robusten Kieler hatten gegen die einfallslosen Löwen wenig Mühe, das Spiel zu kontrollieren.

Nach dem Wechsel setzte sich die blutleere Darbietung der Münchner, die dem Druck offenbar nicht gewachsen waren, über weite Strecken fort. Der Unmut der Fans wurde von Minute zu Minute größer - erst nach Adlungs Treffer hofften die Münchner nochmal auf die Wende.

Bülow sorgte mit seinem Treffer für kollektiven Jubel.

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