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1. FC Nürnberg Martin Bader
Nürnbergs Aufsichtsratschef Thomas Grethlein (l.) und Bald-nicht-mehr-Manager Martin Bader © Imago

Nürnberg und München - Der 1. FC Nürnberg wendet einen Fehlstart in die Saison ab. Nach der angekündigten Trennung von Sportchef Bader sorgt der Kapitän spät für den Befreiungsschlag.

Dass Martin Bader immer noch mit dem 1. FC Nürnberg fiebert, war nach dem Schlusspfiff offensichtlich.

Kaum war das Spiel gegen den 1. FC Heidenheim beendet, da ballte er die Siegerfaust (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

3:2 hatte der FCN gewonnen und damit die Chaoswoche noch zu einem halbwegs versöhnlichen Ende gebracht. An der beschlossenen Trennung von Bader zum 30. September ändert der Erfolg freilich nichts mehr.

Die Nürnberger hatten am Donnerstag - nur drei Tage nach dem 3:6-Debakel zum Saisonstart beim SC Freiburg und dem im Anschluss von Ultras eingeforderten Treffen zwischen FCN-Fans und der Mannschaft auf einem Rastplatz die einvernehmliche Trennung verkündet.

"Das Treffen mit den Fans spielte keine Rolle", sagte Nürnbergs Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Grethlein hierzu nach dem Spiel zu SPORT1.

Aufsichtsratschef: Der Druck war zu groß

Er musste aber eingestehen, dass der FCN dem immer größer werdenden Druck von außen auf Bader nachgegeben hat. "Wir waren immer mehr in der Defensive. Die öffentliche Wahrnehmung war sehr negativ. Jeder Fehler war immer auch gleich ein Fehler von Herrn Bader. Wir konnten diese öffentliche Stimmung nicht mehr durchbrechen", erklärte er bei SPORT1: "Wir konnten nicht mehr kommunizieren, welche Verdienste er hatte."

Obwohl man eigentlich "Vertrauen in seine Arbeit" habe. Aber anderswo, dummerweise: "In den Medien, den sozialen Netzwerken oder in jeder Kneipe war Herr Bader das Thema."

Bader als Sündenbock also? "In der Öffentlichkeit, aber nicht bei uns" - auf dieser Unterscheidung bestand Grethlein. In jedem Fall hatte der Chefaufseher "auch selbst den Eindruck, dass es für ihn eine Belastung war, die er so nicht mehr weiter tragen will. Wir hatten schon vorher schon ein paar mal besprochen, dass er sich nicht mehr in der Lage sieht, es so zu gestalten, wie er es gestalten will - und an dem Abend haben wir beiderseitig den Beschluss gefasst."

Spätes Siegtor

Dass am Ende auch Bader jubeln durfte, haben die Franken ihrem Kapitän zu verdanken.

Jan Polak erlöste Fans und Verantwortliche mit seinem späten Siegtor (87.). "Ich denke, dass sich die Mannschaft das auch durchaus verdient hat", sagte Club-Trainer Rene Weiler über den ersten Saisonerfolg, der nach dem Tor von Smail Morabit (59.) lange Zeit auf der Kippe stand.

Der Franzose schien auf der rechten Angriffsseite bereits gestoppt, als er aus ungünstigem Winkel einen Heber ansetzte. Torhüter Thorsten Kirschbaum streckte sich vergeblich - 2:2.

Vor 24.825 Zuschauern war zunächst Danny Blum der überragende Nürnberger gewesen. Der Stürmer erzielte das 1:0 und erzwang das Eigentor von Robert Leipertz (41.) zum 2:1.

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