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Ralf Rangnick ist Trainer und Sportdirektor von RB Leipzig
Ralf Rangnick ist Trainer und Sportdirektor von RB Leipzig © Getty Images

RB Leipzigs Trainer steht zum Verzicht seiner Neuzugänge Willi Orban und Davie Selke auf die U21-EM und U20-WM. Die Termine der Turniere seien "Relikte aus alten Zeiten".

RB Leipzigs Trainer Ralf Rangnick hat zu den jüngsten Absagen der beiden Neuzugänge Willi Orban und Davie Selke für die U21-EM bzw. U20-WM mit den Nachwuchsteams des DFB Stellung bezogen.

"Bei Orban hatten wir überhaupt nichts damit zu tun, das hatte Willi schon vorher mit Horst Hrubsch (U21-Trainer des DFB; Anm. d. Red.) besprochen, bevor er sich für uns entschied. Und dann gehe ich nicht Tage später zu ihm hin und sage: Willi, ist vielleicht doch gut, du gehst dahin", sagte der 57-Jährige im Interview mit dem kicker.

Bei Selke wäre die Situation dagegen eine ganz andere gewesen: "Da habe ich in der Tat gesagt, dass es nicht gut ist, wenn er die U20-WM spielt, weil er schon im Vorjahr keine Pause hatte. Das hat Hansi Flick (DFB-Sportdirektor; Anm. d. Red.) auch verstanden und akzeptiert."

Die Ansetzungen der Nachwuchsturniere seien in seinen Augen sowieso nicht mehr zeitgemäß.

Die Termine seien "Relikte aus alten Zeiten, in denen 18- bis 21-Jährige in ihren Vereinen noch keine Rolle gespielt haben. Mittlerweile sind viele von den Jungs Stammspieler in ihren Klubs, und ich glaube, dass kein einziger Verein erfreut ist, wenn zu solchen Zeiten die Turniere sind", so der Coach.

Rangnick weiter: "Außerdem bringt man auch die Spieler in die Zwickmühle. Sie stehen vor der Wahl, ihren Arbeitgeber zu verärgern oder beim DFB Türen zuzuschlagen."

Unterdessen wollte er nicht ausschließen, dass er neben seinem Posten als Sportdirektor noch ein weiteres Jahr Trainer bei den Sachsen bleibt.

"Weiter mache ich auf jeden Fall. Die Frage ist nur, ob ich dann auch noch Trainer bin. Es zum jetzigen Zeitpunkt völlig auszuschließen, macht keinen Sinn", sagte Rangnick.

Zu den Saisonzielen äußerte er sich eher zurückhalten: "Den Aufstieg als Pflicht zu bezeichnen, wäre respektlos und überheblich gegenüber den anderen Mannschaften. Aber natürlich wollen wir in der kommenden Saison versuchen, das maximale Ziel zu erreichen", sagte der Coach.

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