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Gerhard Poschner vom TSV 1860 München
Gerhard Poschner arbeitet seit April 2014 bei den Löwen © Getty Images

München - Gerhard Poschner soll als Sportdirektor auf Probe das Team von 1860 München zusammenstellen für eine Zukunft, in der er wohl keine Rolle mehr spielen wird.

Normalerweise beginnt ein Arbeitsverhältnis mit einer Probezeit. Diese "dient dem Zweck, die Eignung des Vertragspartners oder des Probanden erproben zu können". Im Falle von Gerhard Poschner deutet alles darauf hin, dass seine Beschäftigung beim TSV 1860 München mit einer Übergangsperiode enden wird.

Siegfried Schneider vom TSV 1860 München
Übergangs-Präsident Siegfried Schneider greift Gerhard Poschner auf der Mitgliederversammlung an © Getty Images

Zumindest, wenn man die Aussagen der Verantwortlichen der Löwen bei der diesjährigen Mitgliederversammlung berücksichtigt. "Viel lieber hätte ich eine sofortige Trennung gehabt. Aber in dieser Situation kurz vor dem Saisonstart ist es nicht sinnvoll, den Sportdirektor auszutauschen", erklärt Interims-Präsident Siegfried Schneider.

Dass es nicht zum sofortigen Rauswurf kam, lag anscheinend am Veto von Investor Hasan Ismaik.

Poschner überrumpelt

Aber ist es sinnvoller, Poschner mit der Zusammenstellung der Mannschaft für die anstehende Zweitligasaison zu beauftragen, wenn er davon ausgehen kann, dass er danach seinen Posten räumen muss?

Diese Frage müssen sich Schneider und Co. stellen. Fakt ist jedenfalls, dass Poschner am Freitag erst vom Geschäftsführer zum Sportdirektor degradiert und daraufhin in eine dreimonatige Probezeit geschickt wurde.

In seinem ersten Statement wirkte der 45-Jährige, der seit April 2014 die Geschicke bei den krisengeschüttelten Münchnern leitet, überrumpelt. "Das ist eine völlig neue Situation für mich. Ich kann sie noch nicht kommentieren", wurde Poschner in der Bild zitiert.

Scharfe Kritik von Schneider

Eigentlich ist er mit einem Vertrag bis 2017 ausgestattet. Mit der Aussage, das Präsidium habe sich ihm bei der Verpflichtung neuer Spieler in den Weg gestellt, hat es sich Poschner jedoch mit Schneider verscherzt.

"Das ist nicht loyal, nicht professionell und seinem Angestelltenvertrag nach nicht akzeptabel", schimpfte Schneider auf der Versammlung am vergangenen Wochenende.

Rauswurf auf Zeit hin oder her – Poschner muss für die am 26. Juli mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC Heidenheim beginnende Spielzeit einen Kader formieren, mit dem die 60er möglichst ohne Abstiegssorgen durch die Saison kommen. Etwa zwei Millionen Euro stehen ihm dazu zur Verfügung.

Als Mitarbeiter in der Probezeit eine äußerst undankbare Aufgabe. Mit der Verpflichtung von Rodnei ist zumindest der erste Schritt getan.

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