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Marc Rzatkowski trifft doppelt
Marc Rzatkowski trifft doppelt © Imago

Hamburg - Der FC St. Pauli und die SpVgg Greuther Fürth liefern sich einen kuriosen Schlagabtausch. Ein Geistesblitz von Keeper Robin Himmelmann macht den Unterschied.

Der FC St. Pauli hat in der Zweitliga-Tabelle den Anschluss an die Spitzengruppe hergestellt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Knapp eine Woche nach dem Aus im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach (1:4) bezwangen die Hamburger die SpVgg Greuther Fürth in einer sehr kampfbetonten Begegnung mit 3:2 (2:1) und bleiben damit im Fußball-Unterhaus ungeschlagen. Es war der erste Heimsieg der Hanseaten gegen die Franken seit 17 Jahren.

Ruthenbeck hadert

Sehr zum Ärger von Stefan Ruthenbeck. "Ich bin kein guter Verlierer heute. Der Fußball ist zwar hart und brutal, aber das Spiel hätten wir nicht verlieren dürfen", sagte Fürths Trainer bei SPORT1. (DATENCENTER: Tabelle)

Er haderte vor allem mit der Situation in der 74. Minute, als Marc Rzatkowski mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung sorgte. Er entstand jedoch aus einer kuriosen Situation: Erst bugsierte der Fürther Robert Zulj den Ball zum vermeintlichen Ausgleich ins Netz, allerdings stand der Angreifer dabei Millimeter im Abseits. (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel)

Himmelmann reagiert blitzschnell

Folgerichtig entschied der Unparteiische Frank Willenborg auf Freistoß für die Hausherren. Während die Gäste noch jubelten, führte St. Paulis Schlussmann Robin Himmelmann blitzschnell auf Waldemar Sobota aus, der Rzatkowskis mustergültig bediente.

"St. Pauli hat sehr schlau gemacht, aber da erwarte ich mehr Fingerspitzengefühl vom Schiedsrichter, das dann auch zu unterbinden", haderte Ruthenbeck: "Die Fahne kommt sehr, sehr spät hoch, als wir schon beim Jubeln sind. Es ist mehr als nur zum Kotzen."

Auch Paulis Marcel Halstenberg räumte bei SPORT1 ein: "Es war ein bisschen Dusel dabei, aber unser Kampf wurde dann belohnt."

St. Pauli ohne vier Stammspieler

Ohne fünf verletzte Stammspieler legten die Gastgeber vor 28.421 Zuschauern am Millerntor schon in der ersten Halbzeit den Grundstein zum Erfolg. Rzatkowski (19.) und Marcel Halstenberg (34.) trafen für die Norddeutschen, ehe Sebastian Freis (42.) per Kopfball für die Gäste verkürzte.

Für die Entscheidung sorgte der zweite Treffer Rzatkowskis (74.). Robert Zulj (79.) erzielte nur noch den erneuten Anschlusstreffer. Dabei hätten beide Teams durchaus weitere Tore schießen können.

"Das war ein sehr, sehr schweres Spiel für uns", meinte Paulis Coach Ewald Lienen bei SPORT1: "Ob es jetzt verdient gewesen ist, die Partie am Ende zu gewinnen, weiß ich nicht. Greuth war heute mehr als ebenbürtig. Das war schon glücklich für uns."

Halstenberg traf in der 56. Minute per Freistoß den Innenpfosten, sieben Minuten später scheiterte Freis aus kurzer Distanz an St. Paulis Torhüter Himmelmann.

Die Fakten zum Spiel

  • St. Paulis Kontertaktik im eigenen Stadion geht voll auf: 60 % Spielanteile für starke Fürther, aber St. Pauli kontert sie eiskalt aus
  • Sieben Punkte nach drei Spielen: Nie startete St. Pauli besser in der Zweiten Liga. Erstmals seit Ende 2013 stehen die Kiezkicker wieder in den Top Drei
  • St. Pauli ist nun seit acht Heimspielen ungeschlagen, Fürth dagegen auswärts neunmal sieglos
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