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Christian Hochstätter und Gertjan Verbeek verstehen sich gut
Christian Hochstätter (l.) und Gertjan Verbeek funken auf einer Wellenlänge © dpa Picture Alliance

München - Der VfL Bochum hat eine weiße Weste. Vier Spiele, vier Siege. Mit dieser beachtlichen Bilanz hätten wohl die wenigsten Experten gerechnet. Doch das Team von der Castroper Straße überzeugt an den ersten Spieltagen durch Kaltschnäuzigkeit und strotzt vor Selbstbewusstsein.

Vor dem Heimspiel gegen 1860 München (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) sprechen die Macher des Erfolgs, Trainer Gertjan Verbeek und Manager Christian Hochstätter, im SPORT1-Interview über den neuen VfL.

SPORT1: Herr Verbeek, der VfL Bochum ist Tabellenführer. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Gertjan Verbeek: Es ist sicher kein Geheimnis, dass wir uns hart und intensiv vorbereitet haben und immer noch in der Trainingsarbeit sehr akribisch zu Werke gehen. Sicher ist es von Vorteil, dass wir innerhalb der Mannschaft nicht allzu große Änderungen vornehmen mussten, so dass viele Spieler unsere Philosophie bereits seit der vergangenen Saison verinnerlicht haben.

SPORT1: Und was sagen Sie, Herr Hochstätter, zum bisherigen Auftreten der Mannschaft und zur Euphorie rund um den neuen VfL?

Christian Hochstätter: Man erkennt die Philosophie, mit der wir spielen wollen. Wir wollen agieren, nicht reagieren. Die bisherigen Ergebnisse und die statistischen Werte untermauern das. Dass aufgrund dieses optimalen Starts mit vier Siegen und dem Weiterkommen im Pokal bei den Fans zum Teil große Euphorie herrscht, können wir weder verhindern noch wollen wir es unterbinden. Wir wissen aber auch, dass wir erst am Anfang einer langen Saison stehen, in der noch viel passieren kann.

SPORT1: Wie sehr sind Sie von der Qualität überrascht oder waren Sie davon überzeugt, dass diese rausgekitzelt werden kann?

Verbeek: Wenn ich als Trainer von meiner Arbeit nicht überzeugt wäre, bräuchte ich den Job erst gar nicht zu machen. Und dass unsere Spieler Qualität haben, ist das Ergebnis eines gemeinsamen Anschauungsprozesses. Da sind viele Personen mit eingebunden, nicht nur ich als Trainer. Da ist Christian genauso zuständig wie die Scouting-Abteilung. Wir sind auch auf dieser Ebene ein Team. Und letzten Endes beraten wir gemeinsam, ob der Spieler zum VfL passt.

SPORT1: Inwieweit hätten Sie solch einen Start für möglich gehalten?

Hochstätter: Die Mannschaft ist eingespielt, kennt die Trainings- und Spielabläufe. Der große Umbruch wie in den vergangenen Jahren ist ausgeblieben, in der Stammformation mussten nur zwei Positionen neu besetzt werden. Das sind gute Voraussetzungen für einen gelungenen Saisonstart. Zudem haben wir dem Kader personell viel Qualität hinzugefügt, sind auf den meisten Positionen doppelt oder dreifach gut besetzt.

SPORT1: In Bochum kommt Ihr Offensivgedanke komplett an. Anders als in Nürnberg. Wie froh macht Sie das?

Verbeek: Auch in Nürnberg ist der Offensivgedanke gut angekommen. Da gibt es heute noch etliche, die sich dauerhaft einen offensiveren Stil gewünscht haben. Aber das ist vorbei. Ich bin jetzt hier in Bochum und freue mich darüber, dass unser Fußball den Fans Spaß macht.

SPORT1: Ab wann haben Sie gespürt, dass Verbeek und der VfL bestens zusammen passen?

Verbeek: Nach den ersten Gesprächen mit Christian Hochstätter. Er hat mir den Verein und dessen Möglichkeiten vorgestellt und hat verdeutlicht, dass er sich für den VfL zukünftig einen anderen Fußball vorstellt. Damals ging es aber darum, ob ich mir vorstellen könnte, eventuell ab Sommer 2015 beim VfL einzusteigen. Dass es dann eher der Fall war, war so nicht geplant.

SPORT1: Gegen 1860 ist Ihre Mannschaft der Favorit. Ist das jetzt der Fluch der guten Tat oder hat Ihr Team jetzt so eine breite Brust, dass man das Siegergen einfach verinnerlicht hat?

Verbeek: Die öffentliche Wahrnehmung hat sich geändert, das stimmt. Wir selber sehen uns aber nicht als Favorit an, denn in einer sehr engen Zweiten Liga entscheiden oft Nuancen über Sieg oder Niederlage. Aber ich habe schon bemerkt, dass wir uns von Rückständen wie gegen Nürnberg nicht mehr so beeindrucken lassen, wie das vorher der Fall war. Die Mannschaft glaubt an sich. Und das freut mich.

SPORT1: Welche Trümpfe haben Sie bei Simon Terodde in der Hand, dass er beim VfL bleibt?

Hochstätter: Vor allen Dingen die, dass er bei uns noch einen Vertrag bis 2017 besitzt, wir nicht gezwungen sind, ihn abzugeben, das überdies auch nicht vorhaben und zu guter Letzt, dass kein Angebot für ihn vorliegt.

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