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FSV Frankfurt v FC St. Pauli  - 2. Bundesliga
Tomas Oral übt harsche Kritik an den eigenen Fans © Getty Images

Frankfurt am Main - Nach einer schwachen ersten Halbzeit schlägt der FSV in Abschnitt zwei gleich doppelt zu. Union kann kontern - ein Last-Minute-Treffer sorgt für die Entscheidung.

Union Berlin leistet sich auch unter dem neuen Trainer Sascha Lewandowski bedenkliche Aussetzer. Die Köpenicker unterlagen beim FSV Frankfurt mit 2:3 (1:0) und verspielten dabei trotz lange Zeit klarer Dominanz schon zum sechsten Mal im achten Saisonspiel eine Führung. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Nach drei Partien unter Lewandowski muss Union mit sieben Zählern weiter nach unten schauen, die Frankfurter (13) schafften durch den vierten Sieg in den vergangenen fünf Spielen den Anschluss ans obere Tabellendrittel.

Kritik an Fans: Oral platzt der Kragen

Und dennoch herrschte nach dem Sieg dicke Luft. Mit deutlichen Worten übte FSV-Trainer Tomas Oral Kritik an den eigenen Fans: "Es kann nicht sein, dass unsere Spieler schon nach einem Gegentor ausgepfiffen werden, das enttäuscht mich. Wir haben das Spiel am Ende ohne Unterstützung gedreht", sagte der 42-Jährige.

Vor allem die Anspruchshaltung einiger Zuschauer hatte Oral auf den Plan gerufen: "Die Mannschaft braucht keine Leute, die ins Zweitliga-Stadion kommen, um ein bisschen zu stänkern", sagte der Trainer: "So macht es keinen Spaß. In der Oberliga vor 400 Zuschauern war das anders. Einige Leute sehen es hier als selbstverständlich an, dass wir Woche für Woche gewinnen."

Dass Mannschaften wie Union mit anderen Ambitionen und anderen Möglichkeiten an den Start gehen, werde von den Fans nicht anerkannt. "Wir haben uns hier den Arsch aufgerissen, um mit einer konkurrenzfähigen Mannschaft in die Saison zu gehen", sagte Oral.

Unio verschenkt wieder Punkte

Der FSV hat vier der vergangenen fünf Spiele gewonnen und befindet sich mit 13 Punkten in Schlagdistanz zur Spitzengruppe. (DATENCENTER: Tabelle)

Union Berlin FSV Frankfurt
Glücklicher FSV-Sieg © SPORT1

Die Berliner dagegen verschenkten bereits 15 Punkte nach einer Führung. Mit den Zählern wären sie aktuell auf Platz eins. 

Schahin trifft kurz vor Schluss

US-Nationalspieler Bobby Wood (39.) hatte die Gäste in Führung gebracht, ein Doppelschlag von Zlatko Dedic (52., Foulelfmeter) und Shawn Barry (55.) drehte das Spiel. Benjamin Kessel (76.) sorgte erneut für den Berliner Ausgleich, Dani Schahin (90.+1) traf zum Sieg für die Gastgeber. (Alle Highlights ab 22 Uhr im TV bei HATTRICK - Die 2. Bundesliga.)

"Wir wollen von einem Team, das reagiert, zu einer Mannschaft werden, die agiert", hatte der frühere Leverkusener Coach Lewandowski vor dem Spiel gesagt, man dürfe aber nicht ungeduldig werden. Vor 5011 Zuschauern am Bornheimer Hang traten die Berliner dann in der Tat sehr dominant auf. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Elfmeter bringt FSV ins Spiel

Woods Führungstreffer war kurz vor der Pause nach einer starken Bewegung im Strafraum völlig verdient. Erst ein Elfmeter nach einem unnötigen Foul von Roberto Puncec brachte Frankfurt ins Spiel, in der Folge verlor Union wie so häufig die Kontrolle.

Beste Frankfurter waren Oumari und Dedic, für Berlin überzeugten Eroll Zejnullahu und Wood.

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