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Christian Beeck analysiert als SPORT1-Experte die Zweite Bundesliga © Getty Images / SPORT1

SPORT1-Experte Christian Beeck geht mit Fortuna Düsseldorf hart ins Gericht. Es kranke an allen Ecken und Enden, die Zeit für Trainer Frank Kramer sei nicht unbegrenzt.

Hallo Zweitliga-Freunde,

die Lage bei Fortuna Düsseldorf ist derzeit äußerst unbefriedigend. Im Spiel hakt es an sehr vielen Stellen. Die Mannschaft schafft es nicht, die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive zu finden. Rhythmus und Leichtigkeit fehlen, weshalb die einfachen Dinge, die zum Fußball dazu gehören, unheimlich schwer fallen. Außerdem ist die geistige Frische nicht komplett vorhanden und auch die körperliche Verfassung lässt zu wünschen übrig. Darüber hinaus passieren auf taktischer Ebene und im Zweikampfverhalten zu viele Fehler, die Spieler treffen häufig falsche Entscheidungen.

Man hat nicht das Gefühl, dass Automatismen vorherrschen, die Spieler ausreichend gebrieft sind und die richtigen Vorgaben bestehen. Für das Potenzial, welches in dieser Mannschaft steckt, laufen in Düsseldorf viele Dinge nicht so, wie sie laufen müssten. Denn an der Qualität des Personals liegt es nicht.

Der Verein hatte mit der Verpflichtung von Trainer Frank Kramer und Stürmern wie Didier Ya Konan sicher andere Ideen. Sich nach neun Spieltagen im Tabellenkeller wiederzufinden, war sicherlich nicht der Wunsch. Vor allem mit einem neuen Trainer sollte vieles besser werden als in der vergangenen Saison. Zur Zeit geht der Plan nicht auf. Deshalb ist das Team um Manager Rachid Azzouzi und Kramer in der Pflicht, endlich positive Ergebnisse abzuliefern. Das Umfeld in Düsseldorf ist geduldiger als in früheren Zeit, doch auf Dauer wird das nicht tragbar sein.

Auf Grund des Umbruchs haben sie sich bewusst Zeit erbeten. Dieses Zeitfenster läuft allerdings nur solange, wie die Verantwortlichen erkennen, dass sportlich mit Konzept gearbeitet wird und die Punkte auch geholt werden können. Wenn der Vorstand der Arbeitsweise des Trainerteams vertraut und den Entwicklungsprozess der Mannschaft erkennt, dann werden die Mitglieder ruhig bleiben. Wenn die Verantwortlichen diese Verbesserungen nicht mehr erkennen, dann wird mit Sicherheit auch Kramer ersetzt.

Dessen ehemaliger Klub, die SpVgg Greuther Fürth, setzt seinen Höhenflug in der Zweiten Liga dagegen weiter fort. Die Franken haben mich mit ihrem Sieg bei Eintracht Braunschweig sehr überrascht und gleichzeitig beeindruckt. Dass der Verein wieder oben mitmischt, war nicht wirklich zu erwarten. Trainer Stefan Ruthenbeck und die Mannschaft leisten derzeitig sehr konzentrierte Arbeit. Sie sind als Team unterwegs und funktionieren auf beeindruckende Art und Weise als Einheit auf dem Platz. Fürth ist für mich ein toller Kandidat für die Saison.

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck seit dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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