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FC St. Pauli v Borussia Moenchengladbach  - Lienen
Ewald Lienen trainiert seit Dezember 2014 den FC St. Pauli © Getty Images

Hamburg - Das Team lernt schnell, die Neuen funktionieren, das Selbstvertrauen steigt. Überraschend steht St. Pauli an der Spitze der 2.Liga. Doch Trainer Ewald Lienen weiß den Erfolg einzuordnen

Vier Siege, schon 13 Punkte und überraschend auf Platz drei: Seit Ewald Lienen den FC St. Pauli trainiert, läuft es am Hamburger Millerntor. Nach der erfolgreichen Mission Klassenerhalt in der vergangenen Saison setzen die Kiezkicker zum Höhenflug an. Doch der erfahrene Trainer dämpft die Erwartungen.

"Wir können sehr froh und glücklich sein. Duisburg hat uns wie erwartet alles abverlangt", sagte Lienen nach dem 2:0 (0:0) am Montagabend gegen den lange Zeit ebenbürtigen MSV Duisburg. Spielerisch lief längst noch nicht alles rund. Der Lernprozess von Lienens Team ist dennoch unverkennbar.

Im Gegensatz zu vielen engen Partien in der Vorsaison beweisen die Kiezkicker Geduld und starke Nerven. Statt hektisch anzurennen und dem Gegner Räume für Konter zu öffnen, warteten die Hamburger gegen den MSV bis tief in die zweite Halbzeit auf ihre Chance - die dann allerdings sehr glücklich entstand.

Lienen: "Elfmeter war der Knackpunkt" 

"Der Elfmeter war der Knackpunkt", sagte Lienen, der St. Pauli kurz vor dem Jahreswechsel auf Rang 18 übernommen hatte: "Wenn es gerecht zugegangen wäre, hätte es wohl ein Unentschieden gegeben."

So übernahm jedoch Ersatzkapitän Lasse Sobiech nach einem recht harmlosen Rempler von MSV-Verteidiger Dustin Bomheuer an Lennart Thy die Verantwortung und sorgte für den Führungstreffer (70.). Sebastian Maier machte per Fernschuss kurz vor Schluss den Sprung auf den Relegationsplatz endgültig klar (87.).

"Das hat noch gar nichts zu sagen", meinte Verteidiger Daniel Buballa angesprochen auf die komfortable Situation nach dem sechsten Spieltag: "40 Punkte sind unser erstes Ziel. Wir müssen uns weiterentwickeln, das geht mit Erfolgserlebnissen natürlich viel einfacher."

Die Neuzgänge funktionieren

Auch die Integration der Sommertransfers schreitet voran. Mit dem Ex-Dortmunder Jeremy Dudziak, Außenverteidiger Marc Hornschuh vom FSV Frankfurt und Offensivmann Fafa Picault (Sparta Prag) setzte Lienen gleich drei Sommerzugänge ein, die den Konkurrenzkampf anheizen.

Schon am kommenden Sonntag könnte sich dann klarer abzeichnen, ob sich St. Pauli in der Spitzengruppe so richtig einnisten kann. Beim formstarken Team von Eintracht Braunschweig kommt es zu einer aussagekräftigen Standortbestimmung.

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