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Stefan Effenberg stand zuletzt in der Kritik
Stefan Effenberg muss in Paderborn nun positive Ergebnisse liefern © Getty Images

Paderborn - Stefan Effenberg darf vorerst Trainer des SC Paderborn bleiben. Klub-Boss Wilfried Finke stellt nach dem Nackt-Skandal um Nick Proschwitz aber klar, dass Siege hermüssen.

Ein chaotisches Trainingslager, Imageschäden für den Verein und ein Fragezeichen hinter der sportlichen Zukunft: Trainer Stefan Effenberg steht nach den Vorfällen im Wintertrainingslager des SC Paderborn mit dem Nackt-Skandal um den mittlerweile suspendierten Stürmer Nick Proschwitz mehr denn je unter Druck.

Präsident Wilfried Finke gewährte dem 47-Jährigen zwar eine Gnadenfrist, stellte aber unmissverständlich klar: Weitere Versäumnisse darf sich der Trainer-Novize definitiv nicht erlauben.

"Natürlich muss er liefern. Wenn nicht, dann steigen wir ab. Wenn er nicht liefert, ist es nur eine Frage der Zeit, bis man zu der Entscheidung gedrängt wird, einen weiteren Wechsel vorzunehmen. Der Februar wird ein ganz entscheidender Monat für uns. Dann wird man sehen, wohin die Reise geht", sagte der mächtige Klubboss. "Wir müssen jetzt die Kurve kriegen. Da wird sich zeigen, wie gut der Trainer Effenberg ist", betonte Finke, im Hauptberuf Besitzer einiger Möbelläden.

Effenberg hat Klasse noch nicht nachgewiesen

Die Frage nach der Klasse Effenbergs ist nach 105 Tagen beim Bundesliga-Absteiger noch längst nicht beantwortet. Den zwei Siegen zu Beginn Mitte Oktober gegen Eintracht Braunschweig und bei Union Berlin (beide 2:0) folgte kein weiterer mehr, sondern der Absturz auf Rang 16. Als ein "Wechselbad der Gefühle" bezeichnete Finke Effenbergs bisheriges Wirken daher.

Damit soll nun Schluss sein. "Er hatte vorher nicht die Chance, über längere Zeit mit der Mannschaft zu trainieren und Dinge auszuprobieren. Diese Chance hat er jetzt gehabt", sagte Finke. In der Entscheidung pro Effenberg spielte aber wohl auch der Zeitdruck eine Rolle. Schließlich hätte ein potenzieller Nachfolger Effenbergs bis zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte beim SV Sandhausen am 5. Februar kaum die Möglichkeit zum Eingewöhnen gehabt, hätte im Kampf um den Klassenerhalt aber sofort funktionieren müssen.

Neuer Stürmer gesucht

Möglichst zeitnah brauchen die Ostwestfalen zudem einen neuen Stürmer, nachdem der mit fünf Saisontoren bislang treffsicherste Torschütze Proschwitz rausgeworfen wurde. Der 29-Jährige hatte zum Abschluss des Trainingslagers in Anwesenheit einer Angestellten der organisierenden Agentur sowohl sein Geschlechts- als auch sein Hinterteil entblößt. Der 29-Jährige wurde vom Verein mit sofortiger Wirkung freigestellt und erhielt ein Angebot zur Vertragsauflösung. Eine ursprünglich bis Dienstag gesetzte Frist wurde auf Wunsch des Spielers bis zum Ende der laufenden Transferperiode verlängert.

Effenberg und auch Manager Michael Born wurden von Finke nach langer Recherche als unschuldig eingestuft, schließlich hätten sie zum Tatzeitpunkt bereits geschlafen. Sie selbst äußerten sich zu den Vorgängen aber nicht. Überhaupt war Finke bemüht, den Trainingslager-Skandal als Fehlverhalten eines einzelnen Spielers (Proschwitz) darzustellen und den Fokus wieder auf den Sport zu richten.

"Wenn wir die Konzentration in dem Verein auf das gewünschte Ziel Klassenerhalt richten und dem alles andere unterordnen, werden wir auch die Klasse halten. Und wenn das Ziel erreicht ist, dann haben wir nach vielen, vielen erfolgreichen Jahren auch mal ein schlechtes durchgestanden", sagte Finke. "Aber dann sind wir nächstes Jahr wieder dabei bei der Verlosung - und zwar im oberen Bereich."

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