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Sandhausen - Trainer Stefan Effenberg legt mit dem SC Paderborn in Sandhausen einen Fehlstart ins neue Jahr hin. Der steigende Druck lässt ihn bei SPORT1 kalt.

Nach der turbulenten Winterpause drohen dem SC Paderborn auch weiterhin unruhige Zeiten.

Knapp zwei Wochen nach der sogenannten "Penis-Affäre" um den früheren SCP-Angreifer Nick Proschwitz im türkischen Trainingslager unterlagen die Ostwestfalen im ersten Pflichtspiel des Jahres beim SV Sandhausen mit 0:1 (0:0).

"Dicker Pelz": Effenberg kämpferisch

Vor allem für Trainer Stefan Effenberg könnte es in den kommenden Tagen ungemütlich werden. Doch der "Tiger", der Ende Januar von Präsident Wilfried Finke bereits angezählt wurde, gab sich nach dem neuerlichen Rückschlag kämpferisch. (DATENCENTER: Tabelle)

"Er kann sich gerne bei mir melden, jederzeit, ich habe kein Problem damit", sagte Effenberg bei SPORT1 in Richtung des Klub-Bosses: "Ich habe eine dicke Haut und einen dicken Pelz."

Bei Sky erlaubte er sich noch eine Breitseite gegen Finke und raunzte auf die Frage, ob er in der kommenden Woche auch noch auf der Trainerbank säße: "Ich gehe davon aus, aber fragen Sie lieber Herrn Finke. Manchmal ist er mal so, mal so."

Finke hatte nach dem Skandal um Proschwitz öffentlich den Druck auf den Trainer erhöht. "Natürlich muss er liefern. Wenn nicht, dann steigen wir ab. Wenn er nicht liefert, ist es nur eine Frage der Zeit, bis man zu der Entscheidung gedrängt wird, einen weiteren Wechsel vorzunehmen. Der Februar wird ein ganz entscheidender Monat für uns. Dann wird man sehen, wohin die Reise geht", sagte Finke.

Die Leistung seiner Mannschaft lässt Effenberg indes hoffen. "Ich hätte unglaubliche Bauchschmerzen, wenn wir eine katastrophale Leistung abgeliefert hätten", betonte der SCP-Coach bei SPORT1. "Dann wäre ich wahrscheinlich heute Abend noch zu Herrn Finke gefahren und hätte gesagt, wir müssen mal reden. Aber das ist nicht der Fall, wir arbeiten weiter und die Mannschaft in der Kabine zeigt auch keine schlechte Stimmung."

"Ein Vollblutstürmer lässt sich nicht fallen"

Der Tiger ging aber nicht nur in Sachen Finke, sondern auch bei seinem Spielerpersonal zum Gegenangriff über.

Ein nicht gegebener Strafstoß kurz nach der Pause brachte ihn in Rage. "Wir müssen einen klaren Elfmeter bekommen. Sylvestre wird runtergezogen, da gibt es keine Entschuldigung", echauffierte er sich - um dann umzuschwenken: "Wenn ein Vollblutstürmer blank vorm Tor steht, lässt er sich nicht fallen."

In der 53. Minute kam der Winterneuzugang vom 1. FC Nürnberg im Duell mit Leart Paqarada zu Fall, doch Schiedsricher Florian Heft entschied nicht auf Strafstoß. "Ich wurde gehalten und hätte gepfiffen", sagte Sylvestr bei SPORT1.

Zuspruch bekam der Stürmer sogar vom Gegner. "Man kann es pfeifen, das ist das Quäntchen Glück, das wir heute gebraucht haben", sagte Tim Kister, der mit seinem Treffer Sandhausen den Sieg sicherte, zu SPORT1.

Paderborn seit acht Spielen sieglos

Als die Paderborner nach einer Ecke den Ball nicht wegbekamen, erzielte Sandhausens Innenverteidiger Kister (49.) das Tor des Tages. Nach der achten Partie ohne Dreier beträgt Paderborns Rückstand auf den rettenden 15. Platz weiterhin drei Zähler - und er kann am Wochenende weiter ansteigen. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im TICKER) 

Sandhausen behauptete mit dem ersten Erfolg nach zuvor vier Spielen ohne Sieg den siebten Tabellenplatz. (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse)

Die wichtigsten Daten des Spiels Sandhausen gegen Paderborn © SPORT1 Grafik

Gastgeber haben erste Chance

Vor 4741 Zuschauern wurden beide Mannschaften zunächst nur aus der Distanz gefährlich. Sandhausen hatte dabei die erste Möglichkeit, als ein aufsetzender Freistoß von Winterzugang Thomas Pledl aus dem Mittelfeld an der Latte landete (37.). 

Paderborn - mit den beiden Neuen Tim Sebastian und Jakub Sylvestr in der Startformation - wurde nach dem Gegentreffer stärker und drängte auf den Ausgleich. Doch Moritz Stoppelkamp (51.) vergab ebenso wie zwei Minuten später Sylvestr, als er vor SVS-Torwart Rick Wulle von Kister bedrängt ein Luftloch schlug.

Vor dem Spiel hatte der SCP die Mannschaft noch mit einem ungewöhnlichen Facebook-Post aufmuntern wollen. "Kopf hoch, Ärmel hoch, Hose hoch! Dann klappt's!", hieß es da. Ein eindeutiger Seitenhieb auf Proschwitz, dem der Zweitligisten nach der "Penis-Affäre" im Trainingslager gekündigt hatte.

 

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