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MSV Duisburg v SV Sandhausen  - 2. Bundesliga
Ilia Gruev spielte von 2000 bis 2004 als Profi für den MSV Duisburg © Getty Images

München und Duisburg - Vor dem Spiel bei Arminia Bielefeld spricht Duisburgs Coach Ilia Gruev im SPORT1-Interview über die Lage beim MSV, einen kleinen Messi und die schwere Mission Klassenerhalt.

Für Ilia Gruev ist es ein besonderes Spiel.

Zum Start des zweiten Saisonabschnitts muss sein MSV Duisburg bei Arminia Bielefeld (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) antreten.

Und der Coach der "Zebras" trifft da auf seinen früheren Trainer bei den Duisburgern, auf Norbert Meier. Als Gruev 2000 nach Deutschland kam, arbeitete Meier an der Wedau. Am Abend gibt es für beide das Wiedersehen und nur ein Ziel: Punkten für den Klassenerhalt.

Schon in der Saison 2012/2013 war Gruev beim MSV tätig - als Co-Trainer von Kosta Runjaic. In der aktuellen Saison folgte er nach 13. Spieltag auf den erfolglosen Gino Lettieri. 

Vor dem Duell spricht Gruev im SPORT1-Interview über seinen Rettungsplan mit dem MSV.

SPORT1: Herr Gruev, wie war Ihre erste Vorbereitung als Cheftrainer?

Ilia Gruev: Sehr intensiv, alles verlief bisher gut. Wir haben im Trainingslager sehr hart gearbeitet und die Testspielergebnisse waren gut, und das gibt mir die Hoffnung auf einen erfolgreichen zweiten Saisonabschnitt.

SPORT1: Was nährt Ihre Hoffnung?

Gruev: Natürlich muss ich vorsichtig und nicht zu euphorisch sein, aber die Zusammenarbeit mit den Spielern macht Freude und trägt Früchte. Für mich ist es wichtig, dass jeder will, dass jeder sich in den Dienst der Mannschaft stellt. Alle haben bisher super mitgezogen.

SPORT1: Sie waren schon Spieler und Co-Trainer beim MSV. Hat das Ihnen die Eingewöhnung leichter gemacht, als Sie im November 2015 nach Duisburg kamen?

Gruev: Für mich ist das eine sehr emotionale Geschichte. Ich habe immer gerne in Duisburg gearbeitet und das Trikot mit Stolz getragen. Der Verein und ich gehören irgendwie zusammen, der MSV bedeutet mir viel. Von daher ist es für mich nicht so einfach. Natürlich bin ich Profi, aber wenn Emotionen dabei sind, ist es oft etwas schwieriger, weil du dich selber sehr unter Druck setzt. Andererseits habe ich den Vorteil, dass ich den Klub und die Fans ganz genau kenne. Bis jetzt bin ich zufrieden, weil wir in die gleiche Richtung schauen und das gibt mir ein gutes Gefühl.

SPORT1: Warum ist der MSV etwas Besonderes für Sie?

Gruev: Viele sagen, dass Duisburg nicht so schön ist. Ich dagegen mag die Stadt sehr, wohne mitten im Zentrum und fühle mich pudelwohl. Ich bin damals mit 30 nach Deutschland gekommen und habe dann zwei Mal beim MSV verlängert. Man kann es mit Worten nicht beschreiben. Ich habe gemerkt, dass ich den Verein liebe. Auch in der Zeit, als ich weg war, habe ich immer Kontakt gehalten. Man kann den MSV mit dem 1. FC Kaiserslautern vergleichen, bei dem ich auch schon gearbeitet habe. Beides sind Traditionsvereine mit vielen Emotionen.

SPORT1: Was waren die größten Probleme, seit Sie wieder in Duisburg sind?

Gruev: Wir haben in den letzten sechs Spielen zu viele Tore bekommen und zu wenige geschossen. Wir müssen es hinbekommen, dass es sich umkehrt. Unter meiner Regie haben wir es aber geschafft, uns zu stabilisieren. Wir haben, außer beim  Spiel gegen RB Leipzig (2:4, d. Red.), deutlich weniger Gegentore kassiert. Wir sind auch treffsicherer geworden. Wir dürfen keine einfachen Fehler mehr machen, sondern müssen konstanter werden.

SPORT1: Ihr Spieler Giorgi Chanturia wird als Messi Georgiens bezeichnet. Schmeckt Ihnen so ein Vergleich?

Gruev: Nicht wirklich. Das belastet den Jungen doch nur. Wenn die georgische Presse ihn so nennen will, dann sollen sie das tun. Ich sehe ihn als Chanturia. Dass er eine hohe Qualität hat, steht außer Frage. Er ist technisch top und auch im Eins gegen Eins unglaublich stark.

SPORT1: In Bielefeld gibt es das Wiedersehen mit Ihrem früheren MSV-Coach Norbert Meier. Ein besonderes Spiel für Sie?

Gruev: Auf jeden Fall. Wir haben uns in den letzten Jahren oft ausgetauscht. Ich schätze ihn sehr - als Trainer und als Mensch. Die Bilanz der von Arminia mit nur drei Niederlagen ist bemerkenswert. Wir fahren dennoch mit einem guten Gefühl nach Bielefeld und wollen da gewinnen.

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