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SPORT1-Experte Christian Beeck wünscht Sascha Lewandowski alles Gute © SPORT1/Getty Images

In seiner Kolumne widmet sich SPORT1-Experte Christian Beeck dem Ausfall von Union Berlins Trainer Sascha Lewandowski und den sportlichen Folgen für den Verein.

Hallo Zweitliga-Freunde,

wie wir seit Dienstag wissen, ist Trainer Sascha Lewandowski bei Union Berlin für drei Wochen krankgeschrieben. Er zieht sich auf Anraten seines Arztes zurück. Die genauen Hintergründe sind mir leider nicht bekannt, doch es scheint keine Kleinigkeit zu sein. Vorab möchte ich an ihn die besten Genesungswünsche richten. Zugleich verbitte ich mir jede Form der Spekulation.

Was das für die Mannschaft und den weiteren Verlauf der Saison bedeutet, ist ebenso ungewiss. Wenn ein Cheftrainer für längere Zeit ausfällt und den Spielern nicht zur Verfügung steht, ist das alles andere als optimal. Bei Jürgen Klopp, dem der Blinddarm entfernt wurde, betrug die Pause ja nur wenige Tage. Das fällt nicht weiter ins Gewicht. Doch eine dreiwöchige Ausfallzeit ist für einen Verein ein Schlag ins Kontor.

Besonders jetzt für die Unioner, die zwar halbwegs gesichert im unteren Tabellenmittelfeld stehen, aber in kürzester Zeit wieder in den direkten Abstiegskampf geraten könnten. Die folgenden Wochen sehe ich deshalb als eine große Herausforderung für den gesamten Verein, der jetzt mit allen Mitteln Lewandowskis Ausfall kompensieren muss.

Zunächst soll Co-Trainer Andre Hofschneider übernehmen. Dieser hat jedoch keine offizielle Trainer-Lizenz. Wenn der DFB auf seine eigenen Regeln besteht, dürfte er nur für vier Wochen als Cheftrainer fungieren. In diesem Sinne können wir nur hoffen, dass es bei der angekündigten Ausfallzeit von drei Wochen bleibt.

Die nächste Frage, die sich mir aufdrängt, ist, ob Hofschneider die Mannschaft ebenso zu führen weiß wie Lewandowski. Verfügt er über genug Präsenz, um dem Team Sicherheit zu geben? Wie sieht es mit seiner Ansprache zum Team aus? Als Co-Trainer hat man komplett andere Aufgaben und betrachtet das Fußballgeschehen aus einer anderen Perspektive. Es dürfte für ihn - nach zehn Jahren, in denen er nur mit Co-Trainer-Aufgaben betraut war - eine gewaltige Umstellung werden.

Ich bin auch gespannt, wie die Mannschaft mit dieser Situation zurechtkommt. Als Ex-Spieler kann ich sagen, dass so etwas keineswegs einfach ist. Der Trainer ist dein erster Ansprechpartner, er führt und lenkt dich, du vertraust ihm. Ist er plötzlich nicht mehr da, kann es dich verunsichern.

Aber ich bin sicher, dass der Verein und die Mannschaft Lösungen finden werden. Meine Unioner sind sehr findig und werden alles dafür tun, die Klasse zu halten. Neun Punkte auf den Relegationsplatz sind ein gewisses Polster, aber der Verein ist demütig genug, um zu wissen, dass es leicht wieder in die andere Richtung gehen kann.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck auch in dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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