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Stefan Effenberg (r.) hat beim SC Paderborn, seiner ersten Trainerstation, einen Vertrag bis 2017

In seiner Kolumne spricht SPORT1-Experte Christian Beeck über den Abstiegskampf in der Zweiten Liga. Mit Paderborn und Trainer Effenberg geht er hart ins Gericht.

Hallo Zweitliga-Freunde,

wie wir aus der Vergangenheit wissen, kann sich das Blatt im Abstiegskampf der Zweiten Liga immer sehr schnell wenden. In diesem Jahr wird es jedoch sicherlich weniger spannend werden als sonst. Ich glaube nicht, dass sich an der Konstellation im Tabellenkeller noch viel ändern wird.

Sowohl für den MSV Duisburg als auch 1860 München sieht es momentan sehr düster aus. Der Abstand zum rettenden Ufer ist groß. Da müssen fast schon Wunder her, um den Klassenerhalt zu sichern. Oder anders formuliert: fünf bis sechs Siege am Stück. Die Konkurrenz schläft ja schließlich nicht.

Fortuna Düsseldorf hat beispielsweise einen erstaunlichen Dreier beim SC Freiburg gelandet. Düsseldorf und auch der FSV Frankfurt, der mittlerweile sowieso an den Abstiegskampf gewöhnt ist, werden die Nerven behalten und sich retten.

Der SC Paderborn wird wohl nachsitzen müssen - oder seinen Relegationsplatz an die Sechziger abgeben, sofern diese sich noch einmal aufrappeln. In Paderborn haben sich alle Beteiligten etwas völlig anderes unter Stefan Effenberg vorgestellt. Statt sonnigem, erfolgreichem Offensivfußball sehen wir über Wasser haltendes Herumgestümpere.

Es sind eben zwei verschiedene Paar Schuhe, Fußball zu kommentieren und Fußball zu trainieren. Es war vielleicht nicht die klügste Lösung, einen Trainerneuling vor eine solche Herausforderung zu stellen. Allerdings finde ich es auch ungerechtfertigt, die ganze Schuld auf Effenberg zu schieben.

Was mich ganz besonders stört, ist das permanente Berichterstatten der Paderborner Verantwortlichen in den Medien. Wer wann mit wem über was gesprochen hat, gehört nicht an die Öffentlichkeit. So etwas schadet der Mannschaft, dem Verein, den Fans und den Sponsoren und sollte einfach intern geklärt werden. In diesem Segment hat die Führungsetage um Präsident Wilfried Finke zweifellos Nachholbedarf.

Sicherlich haben Finke und Co. sehr viel für den Verein getan und ihn in die Bundesliga geführt, doch das gehört der Vergangenheit an. Man hat vieles verschlafen und die Abgänge von Trainer Andre Breitenreiter und einigen Spielern nicht kompensiert. Der SC hat derzeit sehr viele Wunden. Wunden, die nur mit Punkten geheilt werden können.

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck auch in dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga. 

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