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Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht war im Gespräch mit SPORT1-Reporter Hartwig Thöne mächtig angefressen © SPORT1

Braunschweig - Braunschweig-Trainer Lieberknecht poltert nach dem verpassten Coup gegen Freiburg bei SPORT1 und schimpft über den Schiedsrichter. Der Sportclub trotzt zwei Aussetzern.

Torsten Lieberknecht war kaum zu bremsen.

Der verpatzte Coup beim 2:2 (0:0) gegen Tabellenführer SC Freiburg durch Marc-Oliver Kempfs Tor in der Nachspielzeit (90.+4) brachte Braunschweigs Trainer richtig auf die Palme.

Dabei nahm Lieberknecht besonders Referee Patrick Ittrich ins Visier, der mehr als die angezeigten drei Minuten nachspielen ließ und damit den Freiburger Ausgleich in der 4. Minute der Nachspielzeit ermöglichte. 

Dafür musste sich der Schiedsrichter direkt nach dem Spiel von Lieberknecht ein paar Takte anhören. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Lieberknecht keift gegen Schiedsichter

"Ich habe ihm gesagt, dass ich mich freue, wenn ich ihn wieder sehe, wenn wir in Hamburg wieder zusammen auf der Tribüne sitzen und er sich freut, wenn der FC St. Pauli gewinnt", keifte Lieberknecht im SPORT1-Interview: "Da haben wir schon schöne gemeinsame Momente erlebt, in St. Pauli. Das habe ich ihm gesagt."

Zwar räumte er ein, der Schiedsrichter habe das Spiel nicht entschieden, "aber es ärgert uns, dass drei Minuten nachgespielt werden. Wo kommen diese drei Minuten her?"

Auch über die Entstehungsgeschichte der Freiburger Ecke zum Ausgleich schimpfte Lieberknecht: "War das vor dem letzten Freistoß überhaupt Abseits von uns? Und dann der Freistoß selbst: Gefühlt war der 20 Meter weiter vorne."

Petersen und Kempf sichern Remis

So konnte Tabellenführer Freiburg mit großer Moral in allerletzter Sekunde noch den Punkt im Aufstiegsrennen retten. Dabei lagen die Breisgauer bereits mit 0:2 in Rückstand. 

Torjäger Nils Petersen (70.) und Kempf (90.+4) sicherten dem SC mit Kopfballtoren zumindest einen Teilerfolg. Nach Kempfs Tor wurde das Spiel gar nicht mehr angepfiffen.

Die Braunschweiger konnten allerdings von Glück sagen, dass sie nicht zuvor schon einen Strafstoßpfiff kassiert hatten, nachdem Mirko Boland in der 86. SC-Angreifer Havard Nielsen deutlich sichtbar von den Beinen geholt hatte. "Ach, das war doch kein Elfmeter", polterte Lieberknecht im SPORT1-Interview nach der Partie.

Warum kein Elfmeter? "Weil es keiner war" schimpfte Lieberknecht weiter: "Jeder sagt zu mir, es war kein Elfmeter. Warum soll ich mich über so eine Situation aufregen, in der nichts war?"

Nach Ansicht der Fernsehbilder und der Zeitlupe musste er dann aber doch einräumen: "War Elfmeter."

Mit 63 Punkten hat der SC Freiburg, der nach dem Vereins-Rekord von zuvor acht Siegen in Folge wieder Punkte abgab, nun sieben Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz. Braunschweig (40) bleibt auf Rang zehn. (Tabelle der Zweiten Liga)

Braunschweig nutzt doppelten Aussetzer

Die Braunschweiger hatten sich mit einem Doppelschlag zu Beginn des zweiten Durchgangs für ihre Überlegenheit vor dem Seitenwechsel belohnt. (Spielplan der Zweiten Liga)

U20-Nationalspieler Gerrit Holtmann (54.) und Ken Reichel (57.) trafen binnen drei Minuten.

Bei den ersten beiden Braunschweiger Treffern nach fünf Heimspielen ohne Tor gegen Freiburg halfen die Gäste fleißig mit.

Torrejon legte mit einem überhasteten und viel zu kurzen Rückpass zu Keeper Alexander Schwolow das 0:1 selbst auf, Holtmann umkurvte den Torhüter und schob dankend ein.

Nur drei Minuten verlor die Freiburger Defensive Torschütze Reichel völlig aus den Augen. (Statistiken zum Spiel)

Der Anschlusstreffer durch Petersen war dann der Startschuss für die Freiburger Schluss-Offensive, die in der Nachspielzeit durch Kempf belohnt wurde.

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