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Christian Beeck nimmt den Abstiegskampf in der Zweiten Liga unter die Lupe © Imago

SPORT1-Experte Christian Beeck nimmt den packenden Abstiegskampf in der Zweiten Liga unter die Lupe. Für die Trainer hat er einen besonderen Vorschlag.

Hallo Zweitliga-Freunde,

Hochspannung herrscht vor dem letzten Spieltag noch im Abstiegskampf. Aus meiner Sicht hat der FSV Frankfurt gute Karten, der gegen 1860 München spielt. Die Münchner haben mit Sicherheit ordentlich gefeiert. In den letzten Jahren war der Klassenerhalt wesentlich später perfekt.

Der MSV Duisburg ist vom Potenzial her RB Leipzig klar unterlegen, aber aufgrund der besonderen Situation bestehen auch dort gute Chancen. Leipzig kann nicht mehr zu 100 Prozent bei der Sache sein. Die Jungs sind auch nur Menschen.

Paderborn hat es am schwierigsten. Gegner Nürnberg muss sich auf die Relegation vorbereiten und im Rhythmus bleiben. Rechnerisch ist auch ein Düsseldorfer Abstieg noch möglich, aber im Grunde machen es diese drei Mannschaften jetzt unter sich aus.

Am bittersten wäre der Abstieg für Paderborn, weil der Verein gerade erst im letzten Jahr aus der Bundesliga abgestiegen ist. Das wäre schmerzhaft für die Region, dort wurde viel in die Infrastruktur investiert. Aber wenn man sich das Theater der letzten zwölf Monate ansieht, hat Paderborn die Quittung für all das bekommen. Fußball funktioniert so einfach nicht.

Allerdings ist die Zweite Liga in dieser Saison so wahnsinnig, dass das alles auch ganz anders ausgehen kann. Bis zur letzten Minute ist alles drin. Es kommt darauf an, wer zuerst ein Tor schießt und damit die anderen unter Druck setzt.

Die Spieler müssen darauf vorbereitet werden. Ich denke, die Trainer müssen auf die Situation auf den anderen Plätzen eingehen, um taktische Änderungen vorzunehmen.

Es geht schließlich um wirtschaftliche Interessen, um die Zukunft der Klubs. Da muss jeder noch eine Schippe draufpacken, wenn es gerade schlecht aussieht. Dafür müssen den Spielern alle Informationen zeitnah geliefert werden. Nach dem Spiel nützt das nichts mehr.

1860 München hat sich mit einer klasse Serie gerettet. In den letzten sechs bis acht Wochen hat der Verein versucht, ein bisschen leiser zu sein. Aber ob das die Grundlage für eine erfolgreiche nächste Saison ist?

Spieler werden kommen und gehen und 1860 muss sich grundlegend fragen: Wer hat dort was zu sagen? Es muss ein klares Konzept her. Und vor allem muss man es auch mal aushalten können, wenn es nicht läuft.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck auch in dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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