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SC Paderborn v SV Sandhausen  - 2. Bundesliga
Michael Born ist neuer Manager bei Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden © Getty Images

Dresden - Immer wieder muss sich Dresden für seine Krawall-Anhänger rechtfertigen. Doch in Sachen Fan-Leidenschaft sieht sich der Zweitligist auf Augenhöhe mit Topklubs.

Dynamo Dresden hat das Image eines Problem-Vereins. Wobei für viele Kritiker nicht der Klub das Problem ist, sondern seine Anhänger. Unvergessen sind die schweren Zuschauer-Ausschreitungen während des DFB-Pokalspiels bei Borussia Dortmund 2011. 

In den Folgejahren hat es bei Spielen mit Dresdner Beteiligung immer wieder gekracht. Beim Ost-Derby in Magdeburg. Sogar bei der Aufstiegsparty im April. Und häufig waren Dynamo-Fans die Auslöser. 

Dynamo-Fans auf Krawall gebürstet

Bekommt der Zweitliga-Aufsteiger seine Zuschauer nicht in den Griff? Stimmt nicht, sagt Michael Born zu SPORT1. Für den neuen Manager ist Dynamo "in Sachen Fanliebe die Nummer eins in Deutschland".

Diesen Status haben bislang Klubs wie Dortmund oder Schalke für sich beansprucht. Wer eine echte Fankultur suchte, wurde bislang am ehesten im Ruhrgebiet fündig. Born findet: "An unsere Fan-Leidenschaft kommen Schalke und Dortmund nicht ganz heran."

Dynamo Dresden v Erzgebirge Aue - 3. Liga
Sie sind der zwölfte Mann: Fans von Dynamo Dresden © Getty Images

Eine Ansage, die nicht ohne ist.

In fremden Stadien ist Dynamo ungefähr so beliebt wie Leipzig oder Hoffenheim. Der Grund dafür sind nicht irgendwelche Besitzverhältnisse. Es sind Menschen in schwarz-gelben Schals und Trikots, die eine niedrige Hemmschwelle zur Gewalt haben. 

Es ist nur eine Minderheit von Dynamo-Fans, die zur Aggression neigt. Aber es ist jene Gruppe von Anhängern, die den Verein immer wieder in negative Schlagzeilen rückt. 

Nach der geglückten Rückkehr in Liga zwei sagte Erfolgscoach Uwe Neuhaus zu SPORT1: "Nach einem Jahr harter Arbeit kam bei uns leider nicht das Gefühl des absoluten Genusses über unseren Erfolg auf. Es bleibt ein fader Beigeschmack."

Enge Beziehung zwischen Klub und Zuschauern

In Dresden trüben Teile des Publikums den sportlichen Erfolg. Doch können sie auch eine Fan-Kultur zerstören? Die Verantwortlichen bestreiten das - auch mit Blick auf den Zuspruch und die Treue der Menschen.

Dynamo zählt mit seinen mehr als 17.000 Mitgliedern zu den größten Sportvereinen in Deutschland, im Osten ist der Klub diesbezüglich unangefochten.

Zu den Spielen in der Dritten Liga kamen im Schnitt mehr als 27.000 Besucher. So viele wie bei keinem anderen europäischen Klub in derselben Spielklasse. Born sagt: "Sie finden kaum einen Verein, der Menschen so glücklich macht." Er spricht von einer "engen, intensiven Bindung" zwischen Fans und Verein. 

Für Coach Neuhaus ein Indiz dafür, "dass der Kult und die Euphorie, die Leidenschaft und die Identifikation der Menschen in Dresden schon immer sehr, sehr groß waren". 

Neuhaus findet: In Dresden wird Fußball geliebt - "mit all seinen Facetten".

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