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Auch Ewald Lienen braucht jetzt gute Resultate, sagt SPORT1-Kolumnist Christian Beeck © SPORT1-Grafik / getty Images

Für SPORT1-Kolumnist Christian Beeck kann sich im Spiel gegen Erzgebirge Aue schon das Schicksal von Ewald Lienen als Trainer von St. Pauli entscheiden.

Hallo Zweitliga-Freunde,  

der FC St. Pauli steht mit fünf Punkten aus acht Spielen auf dem letzten Platz der 2. Bundesliga, die Zukunft von Ewald Lienen als Trainer sehe ich folglich in Gefahr.

Denn auch bei diesem etwas anderen Klub treten die ganz normalen Mechanismen des Geschäfts in Kraft. Eigentlich laufen sie ja jetzt schon hinter den Kulissen. Denn die Verantwortlichen müssen bei allem Respekt vor Lienen die sportlichen Ergebnisse im Blick haben.

Die Analysen, woran es hakt, sind schon in vollem Gange. Lag es an der Kaderzusammenstellung, der Verletzungsmisere, den Spielansetzungen? Wenn das dann alles geklärt ist und es funktioniert immer noch nicht, kommen die Verantwortlichen bei ihrer Suche auf Ewald Lienen und fragen sich: "Was macht der eigentlich?"

Wenn er das Spiel gegen Erzgebirge Aue verliert, kann es das schon gewesen sein mit Lienen als Trainer bei St. Pauli. Und für Sportchef Thomas Meggle wäre das die erste richtige Bewährungsprobe.

Bei Lienen ist es so: Wenn er gewinnt, kann er erzählen, was er möchte. Dann ist er für alle ein geiler Typ mit einer eigenen Meinung. Wenn er aber verliert, wird das sofort kritisiert. Dann lässt er sich auf einmal von anderen Sachen ablenken und konzentriert sich nicht auf seine Mannschaft.

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Bei ihm findet man natürlich Angriffspunkte, weil es nicht immer nur um seine eigene Mannschaft dreht, sondern auch um andere Sachen. Ob es gerechtfertigt ist, die Kritik erst dann zu äußern, und nicht schon vorher,  ist die andere Seite der Medaille.

Lienen selbst möchte ich die Schuld an der Krise nicht geben. Er macht das, was er immer macht. Die Mannschaft ist einfach schlechter geworden. Die haben ein paar gute Jungs verloren. In der Zweiten Liga ist das schwer aufzufangen.

Gegen Aue wird es wichtig sein, dass die Mannschaft 90 Minuten lang funktioniert und die Fehlerquote sehr gering hält. Wenn er das hinkriegt, könnte er noch einmal die Kurve kriegen.

Abschließend möchte ich betonen, dass Ewald Lienen zum deutschen Fußball gehört und ein toller Trainer ist, der schon viel erlebt und erreicht hat. Aber wenn ein Lienen keine Punkte holt, wird es auch für ihn dünn.

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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