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Benjamin Pavard (hinten) und Carlos Mane feiern den Sieg des VfB Stuttgart © imago

Stuttgart - An Carlos Mane und Benjamin Pavard hatte sich der Streit zwischen Sportvorstand Jan Schindelmeiser und Ex-Coach Jos Luhukay entzündet. Jetzt trumpfen die Neuzugänge auf.

Carlos Mane und Benjamin Pavard fielen sich in die Arme. Nach Schlusspfiff, so viel ist nach einem 4:0-Erfolg klar, aber die Szene des Spiel ereignete sich viel früher.

Bereits in der zweiten Spielminute sorgten die beiden unter Ex-Trainer Jos Luhukay gänzlich verschmähten Neuzugänge mit ihrer Tor-Koproduktion für ein gewaltiges Beben in der Mercedes-Benz-Arena des VfB Stuttgart.

Dass Trainer Hannes Wolf bei seiner glanzvollen Heimpremiere gegen die SpVgg Greuther Fürth alles richtig gemacht hatte, war spätestens 120 Sekunden später klar. Da nämlich legte der im ersten Durchgang furios aufspielende Mane direkt seinen zweiten Treffer nach.

"Mane hat sehr gut trainiert, die Entscheidung für seinen Einsatz ist in den letzten Tagen gefallen", sagte der Luhukay-Nachfolger bei SPORT1.

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Schindelmeiser behält Recht

Auch an Mane und Pavard hatte sich das Zerwürfnis von Ex-Coach Jos Luhukay mit Sportvorstand Jan Schindelmeiser entzündet.

Luhukay wollte beide für das Unternehmen Wiederaufstieg nicht, er ging auch, weil sie trotzdem verpflichtet wurden.

Der Ex-Hoffenheim-Manager betonte immer, lieber in junge Spieler investieren zu wollen, die den Verein langfristig weiterbringen würden.

An den kurzfristigen Erfolg glaube Luhukay nicht. "Er hat sich mit seinen zwei Toren belohnt, aber die ganze Mannschaft war gut", sagte Kevin Großkreutz bei SPORT1 über Mane und trat gleich auf die Euphoriebremse: "Er ist noch jung, deswegen heißt es ruhig bleiben und nicht zu viel loben. Wir müssen weiter nach vorne schauen."

Gentner: "Bloß nicht durchdrehen"

Mane, die 22-jährige Leihgabe von Sporting Lissabon, bestach durch Spielwitz und Geschwindigkeit. Pavard, den der VfB vom OSC Lille holte, brillierte mit enormer Passqualität und einem starken Stellungsspiel.

"Sie sind hochtalentiert und dürfen diesen Einstand genießen", sagte Kapitän Christian Gentner, um warnend anzufügen: "Wir sollten nicht anfangen durchzudrehen, damit tun wir den Jungs auch keinen Gefallen. Es wird auch andere Spiele geben, wo es ruppiger zugeht."

"Ich freue mich für die beiden, ich komme super mit ihnen aus", so Innenverteidiger Timo Baumgartl, der an Pavards Seite spielte und sich mit ihm in Zeichensprache und mit "ein bisschen Schulfranzösisch" verständigte.

Stuttgart wieder auf Schlagweite

Aber nicht nur Mane und Pavard hatten allen Grund zur Zufriedenheit, auch für Wolf war es ein Abend zum Genießen. "Wir haben viel von dem gesehen, was wir sehen wollten", gab der 35-Jährige nach der überzeugenden Leistung im ersten Heimspiel seiner Amtszeit zu Protokoll.

Die Schwaben sind nun Dritter mit 16 Punkten nach acht Spielen, drei Zähler entfernt vom Tabellenführer Eintracht Braunschweig. "Jetzt soll bloß keiner abheben", betonte Wolf: "Wir wollen weiter zusammenwachsen und dafür werden wir hart arbeiten."

Das wird der Coach auch von Mane und Pavard verlangen. Denn obwohl der VfB die Mittelfranken fast nach Belieben dominierte - die Rückkehr in die Bundesliga wird auch jetzt kein Selbstläufer.

"Wir müssen die Liga respektieren, wir werden hier nicht durchmarschieren", sagte Gentner, der in der 80. Minute den Schlusspunkt gesetzt hatte: "Wir müssen das richtig einordnen."

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