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Stefan Kuntz droht nach der Jahreshauptversammlung des 1. FC Kaiserslautern nachträglich Ärger
Stefan Kuntz droht nach der Jahreshauptversammlung des 1. FC Kaiserslautern nachträglich Ärger © Getty Images

Stefan Kuntz holt die Vergangenheit ein. Auf der Jahreshauptversammlung des 1. FC Kaiserslautern wird dem ehemaligen FCK-Boss die Entlastung verweigert.

Als es um die Altlasten ging, sahen die Roten Teufel rot. Die Mitglieder des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern haben ihrem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Stefan Kuntz, der sich zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) "abgesetzt" hat, und Ex-Finanzchef Fritz Grünewalt deutlich die Entlastung verweigert.

Beim jetzigen U21-Nationaltrainer Kuntz stimmten gegen dessen Entlastung 71,7 Prozent der gut 1000 anwesenden FCK-Mitglieder. Bei Grünwalt waren 93,3 Prozent dagegen. Theoretisch wären deshalb weiter Regressforderungen an beide möglich. Auch Ex-Aufsichtsratschef Dieter Rombach wurde wieder nicht entlastet (73,3 Prozent).

Beide werden mitverantwortlich gemacht für die finanzielle Misere, durch die der FCK fast gezwungen ist, so bald wie möglich aufzusteigen.

"Gegenwärtig ist es verdammt schwer", sagte Aufsichtsratschef Nikolai Riesenkampff während der gut sechsstündigen Jahreshauptversammlung des FCK am Samstag: "Aber wir werden uns nicht verstecken hinter der strukturschwachen Region und dem teuren Stadion." Der Aufstieg in die Bundesliga bleibe "das Ziel - und sonst nichts".

Mammutaufgabe steht bevor

Auf dem Weg raus aus dem Unterhaus wartet auf die Chefetage der einst so ruhmreichen Roten Teufel aber eine Mammutaufgabe.

Das Geschäftsjahr 2015/16 wurde mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 2,638 Millionen Euro abgeschlossen, das negative Eigenkapital hat sich auf 3,502 Millionen Euro erhöht.

"Ich bezweifle sehr, dass eine Restrukturierung in der 2. Liga langfristig gelingen kann", sagte Finanzvorstand Michael Klatt. Deshalb ist der "FCK auf Brautschau", wie die Rheinpfalz am Sonntag treffend schrieb.

Finanzkräftiger Investor gesucht

Ein finanzkräftiger Investor könnte und soll das Millionendefizit schließen. Auch eine Neustrukturierung mit der Ausgliederung der Lizenzmannschaft in eine Kapitalgesellschaft scheint möglich. "Wir sind davon überzeugt, dass es Investoren gibt, die den FCK genauso geil finden wie wir und die Geld investieren wollen", sagte Riesenkampff.

Vorstandschef Thomas Gries versuchte, den Mitgliedern die größte Sorge zu nehmen. "Wir müssen uns für strategische Partner öffnen, ohne die Kontrolle zu verlieren", sagte er.

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