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Eintracht Braunschweig v Hannover 96 - Second Bundesliga
Salif Sane (l.) steht seit 2013 bei Hannover 96 unter Vertrag © Getty Images

Braunschweig - Braunschweig und Hannover trennen sich in einem brisanten Niedersachsen-Derby am Ende leistungsgerecht unentschieden. Eintracht-Fans sorgen mit Pyro für Unruhe.

Hitziges Niedersachsen-Derby ohne Sieger: Zweitliga-Spitzenreiter Eintracht Braunschweig und Bundesliga-Absteiger Hannover 96 haben sich in einer kampfbetonten Partie mit 2:2 (2:1) getrennt, die Gastgeber liegen damit weiterhin fünf Punkte vor dem Erzrivalen. (Spielplan der Zweiten Liga)  

"Beide Seiten hatten große Möglichkeiten das Spiel zu gewinnen. Unser Hauptziel, den Sieg, haben wir verspielt. Aber wir sind zurückgekommen, das war gut", sagte 96-Coach Daniel Stendel zu SPORT1. "Vor dem Spiel habe ich schon gemerkt, was es der Mannschaft bedeutet."

Sein Kollege, Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht, meinte am SPORT1-Mikrofon hinsichtlich des emotionalen Spiels: "Es hat sich jeden Tag gesteigert, die Mannschaft hat noch nicht Derby-Erfahrung, aber es war ein tolles Derby. Wir hatten die Möglichkeit auf das 3:1, das war gut. So ein Spiel geht an die Substanz, wir können jetzt die Pause vertragen."

Mit einem sehenswerten Fallrückzieher brachte Routinier Ken Reichel die Gastgeber in der 17. Minute in Führung. In der 36. Minute nutzte Onel Hernandez eine Konfusion in der 96-Hintermannschaft zum 2:0. (Tabelle der Zweiten Liga)

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Harnik verkürzt

120 Sekunden später konnte der Österreicher Martin Harnik mit einem abgefälschten Schuss verkürzen. Für den verdienten Ausgleich sorgte Kenan Karaman (76.) mit einem fulminanten Distanzschuss. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)        

"Heute war alles drin, wir sind gut zurückgekommen. Es war wichtig, dass wir den Abstand verkürzen, am Ende war mehr drin gewesen", sagte Karaman zu SPORT1. "Wir haben uns in der Pause viel vorgenommen und haben eine tolle Moral gezeigt." Jeder wisse, "was das Derby bedeutet, und wir haben es nochmal gedreht."

"Es war ein besonderes Spiel, wir haben der Partie den Stempel aufgedrückt", sagte Harnik SPORT1. "Das Gegentor war zu billig, wir waren überlegen, sind ein wenig enttäuscht."

96-Boss Martin Kind nannte das Unentschieden bei SPORT1 ein "vernünftiges Ergebnis".

Die Platzherren hatten jedoch Glück, denn die eigenen Fans hätten fast einen Spielabbruch provoziert. Pünktlich zu Beginn der zweiten Halbzeit nebelten sie das mit 23.000 Zuschauern ausverkaufte Eintracht-Stadion mit Pyrotechnik ein.

Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) unterbrach daraufhin die Partie für knapp zwei Minuten, Augenzeuge war auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius.      

Trotz der großen Rivalität zwischen den beiden Traditionsvereinen blieben die befürchteten Ausschreitungen der beiden Fangruppen zumindest vor der Partie aus. Das Konzept der Sicherheitsbehörden, die beiden Lager beim Anmarsch strikt zu trennen, ging offensichtlich auf.    

Braunschweig wirkt spielerisch reifer

Vor 23.000 Zuschauern im seit Wochen ausverkauften Stadion an der Hamburger Straße war das Ergebnis leistungsgerecht. Braunschweig wirkte insbesondere in der ersten Halbzeit spielerisch reifer.

Erst nach dem 0:2-Rückstand fanden die Gäste besser ins Spiel und entwickelten nach dem Seitenwechsel immer wieder starken Druck.    

Die Anreise der Fans zum brisanten Nordderby war weitgehend problemlos verlaufen. Wie die Polizei bestätigte, sind aus Sicherheitsgründen aber 108 Personen in Langzeitgewahrsam genommen worden. Diese Maßnahme sollte erst gegen 20.00 Uhr enden.    

Gegen die zusätzlich gegen weitere Besucher verhängten sogenannten Betretungsverbote hatte sich am Mittag ein Protestzug mit rund 300 Demonstranten formiert. Aber auch von dort wurden keine Zwischenfälle gemeldet.

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